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Umfrage unter Jugendlichen zeigt: Ein starkes soziales Umfeld ist wichtig im Umgang mit der Krise

Archivmeldung vom 07.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Jugendliche (Symbolbild)
Jugendliche (Symbolbild)

Bild: twinlili / pixelio.de

Wer ein starkes soziales Umfeld hat, der kommt besser durch die Krise - das zeigt eine SINUS- Studie im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die heute im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs vorgestellt wurde. Im Rahmen des Programms Aufleben - Zukunft ist jetzt. diskutierten zeitgleich Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis über Resilienzförderung im Kindesalter.

In der Studie geben 67 Prozent der befragten Jugendlichen an, ihnen habe ihre Familie geholfen. 46 Prozent nennen hier ihren Freundeskreis. Gleichzeitig ist die Angst groß, dass die Freundschaften verloren gehen. 64 Prozent nennen das als negative Konsequenz auf die Corona- Beschränkungen. Einsamkeit und Passivität machen sich laut Aussage hier besonders bemerkbar. Positiv ist: Die breite Mehrheit der Jugendlichen blickt im Großen und Ganzen optimistisch in die eigene Zukunft und ist zufrieden mit dem Leben.

Stärker und häufiger eingeschränkt fühlen sich bildungsferne Gruppen, sie machen sich Sorgen um ihre soziale und materielle Teilhabe. 52 Prozent dieser Befragten weist auf finanzielle Probleme in der Familie wegen der Corona-Krise hin. Hinzu kommen schulische Beeinträchtigungen, mit denen sich Befragte mit einfacher und mittlerer Bildung schwerer tun.

Dr. Marc Calmbach, Geschäftsführung SINUS-Institut: Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass die Jugendlichen Luft nach oben sehen bei der digitalen Infrastruktur an den Schulen. Daher ist eine bessere digitale Ausstattung der Schulen auch eine der zentralen Forderungen der jungen Generation an die neue Bundesregierung.

Frank Hinte, Geschäftsführer der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung: AUF!leben können statt nur nachholen müssen! Wie das für die von Lockdown sowie von Kita- und Schulschließungen besonders betroffenen Kinder und Jugendlichen gut gelingen kann, wissen die Träger vor Ort am besten. Der Zukunftsfonds in AUF!leben bietet diesen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen die Möglichkeit, schnell und unbürokratisch Gelder für bedarfsgerechte außerunterrichtliche Angebote zu beantragen.

Anne Rolvering, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung: Für Jugendliche sind Kontakte zu Gleichaltrigen in Krisensituationen enorm wichtig. Das bestätigt unsere aktuelle SINUS-Jugendbefragung einmal mehr. Daher ist es gerade jetzt so wichtig, möglichst viele gute Angebote für Jugendliche vor Ort zu machen - derzeit auch draußen und mit Abstand - um ihnen in der aktuellen Situation, gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen und gesund durch die nächsten Wochen zu kommen.

Als Förderprogramm setzt AUF!leben - Zukunft ist jetzt. genau hier an und unterstützt bundesweit beteiligte Träger und Vereine, die helfen Alltagsstrukturen und -erfahrungen zurückzugewinnen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen aufwachsen und die durch die Pandemie besonders belastet waren oder sind. In den ersten Monaten der Programmlaufzeit wurden dabei bundesweit vielfältige Angebote umgesetzt - darunter zahlreiche Herbstferien-Camps, in denen Kinder und Jugendliche z. B. gemeinsam ein Zirkus-Programm entwickelt und aufgeführt haben, sich zwei Tage im Angeln ausprobieren konnten oder eine Woche gemeinsam segelten. Weitere Informationen unter: www.auf-leben.org/projekte

Datenbasis: Für die Studie führte das SINUS-Institut im Oktober 2021 eine deutschlandweite repräsentative Online-Befragung bei 2.005 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren durch. Gegenstand der Untersuchung waren die Zukunftseinschätzungen der Teenager, ihre Lebenszufriedenheit und Befindlichkeit in der Corona-Krise sowie die Situation an den Schulen und deren Krisenbewältigung. Zudem wurde nach den Erwartungen an die neue Bundesregierung gefragt.

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (ots)


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