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Ortungstechnologien: Was tun gegen die totale Überwachung?

Archivmeldung vom 23.06.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.06.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Handys mit GPS-Empfänger senden Standortdaten. (zVg)
Quelle:  (idw)
Handys mit GPS-Empfänger senden Standortdaten. (zVg) Quelle: (idw)

Mein Smartphone weiss, wo ich bin. Meine Kreditkartenfirma auch. Mein Mobilfunk-Provider zeichnet Zeit und Ort meiner Telefonate auf, an der Supermarktkasse werden Produkte drahtlos erfasst, während sie noch im Einkaufswagen liegen. Wo führt das alles hin? Eine Studie der TA-SWISS, des Schweizer Zentrums für Technologiefolgenabschätzung, gibt Auskunft. Sie entstand unter Mitwirkung der Empa.

Immer mehr Alltagshandlungen hinterlassen Datenspuren, die darüber Auskunft geben, wo wir uns aufhalten und mit wem wir in Verbindung stehen. Ob wir mobil telefonieren, auf das Internet zugreifen, von einer Videokamera erfasst werden, ein Foto auf eine Internetplattform hochladen, mit einem Chip eine Tür öffnen oder bargeldlos bezahlen: Fast immer entstehen dabei Daten, die sich zu Bewegungsprofilen zusammenfügen lassen und Rückschlüsse auf unsere Lebenssituation erlauben. Neben der Satellitenortung durch GPS gibt es heute mehr als ein Dutzend Technologien, die indirekt die Ortung von Personen zulassen. Mit ihrer Ausbreitung gehen sowohl Chancen als auch Risiken für die Gesellschaft einher.

Wer kann, wer darf unter welchen Bedingungen Ortungsdaten erfassen, speichern, verarbeiten, weitergeben oder löschen? Welche Massnahmen können Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und der Gesetzgeber ergreifen, um dem Missbrauch von Ortungsdaten vorzubeugen? Mit der interdisziplinären Studie «Lokalisiert und identifiziert. Wie Ortungstechnologien unser Leben verändern» will TA-SWISS die Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung für die Problematik sensibilisieren.

Wer sieht mich wie genau?

Lorenz Hilty von der Empa-Abteilung «Technologie und Gesellschaft» wirkte als Projektleiter an der Erstellung der Studie mit. Bei der Präsentation der Studie am 19. Juni in Bern informierte Hilty über die Fähigkeiten der verschiedenen Überwachungstechnologien, mit denen wir es zu tun haben. So ermittelt ein GPS-Empfänger, etwa in einem Smartphone, die Position des Benutzers auf rund 10 Meter genau. Das GSM-Mobilfunknetz schafft eine Genauigkeit bis ca. 100 Meter. Wer per Wireless LAN einen Computer einloggt, wird auf einen Meter genau erfasst; ein Internetzugang per Festnetz liefert Daten bis hin zu Strasse und Hausnummer des Benutzers . Weniger heikel ist das Auslesen von RFID-Chips aus Einkaufswagen – das funktioniert nur im Nahbereich, etwa im engen Durchgang neben der Supermarktkasse.

Wir sind zunehmend abhängig

Hilty warnte in seinem Vortrag vor der zunehmenden Abhängigkeit von Ortungstechniken. Immer mehr Geräte werden «smart» und erbringen Leistungen, die auf der Weitergabe der geographischen Position basieren. Doch immer seltener lässt sich die Funktion ausschalten – und falls sie abschaltbar ist, muss man auf einige Komfort-Features verzichten. Die Daten aus diesen Messungen werden oft im Ausland verarbeitet und sind damit der Kontrolle der überwachten Person entzogen.

TA-SWISS fordert Politiker zum Handeln auf

Die TA-SWISS-Studie schlägt daher eine Reihe von Massnahmen zum Schutz der Privatsphäre vor:

  • politische Durchsetzung besserer Datenschutz-Standards im internationalen Raum
  • zertifizierte und transparente Softwareprodukte mit Datenschutz als Qualitätsmerkmal
  • eine gesetzlich verordnete, eingeschränkte Aufbewahrungsdauer der Ortungsdaten
  • Info-Veranstaltungen, speziell für Jugendliche, um über Chancen und Risiken der erhobenen Bewegungsprofile aufzuklären

Quelle: Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (idw)

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