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Schmidt-Eenbohm kritisiert Aktenvernichtung beim BND

Archivmeldung vom 30.01.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.01.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
BND
BND

Die jüngst bekannt gewordene Vernichtung von Personalakten des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist vom Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenbohm kritisiert worden. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zugegeben hat, wurden allein 1996 acht und im Jahr 2007 insgesamt 245 Personalakten vernichtet, die " für die in Auftrag gegebene Aufarbeitung der braunen Wurzeln des Dienstes von beträchtlicher Bedeutung gewesen wären", betont Schmidt-Eenboom in der Tageszeitung "neues deutschland" (Dienstagausgabe).

Der deutsche Auslandsgeheimdienst hatte  nach Jahrzehnten der Verweigerung 2010 eine interne Forschungs- und Arbeitsgruppe "Geschichte des BND" eingerichtet und in Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt deren Arbeitsauftrag formuliert. Schmidt-Eenboom ist skeptisch, dass diese sicherheitsüberprüfte Kommission mit streng begrenztem Aktenzugang ihrer historischen Verantwortung gerecht wird. "Angesichts der Leitungsvorgaben der BND-Spitze beginnt das Etikett der 'Unabhängigen Historikerkommission' ohnehin abzublättern. Schon auf mittlere Sicht steht die Frage, wie lange sich vier renommierte Wissenschaftler eine solche Bevormundung bieten lassen, ohne das Handtuch zu werfen oder ihr wenigstens die Stirn zu bieten."

Quelle: Neues Deutschland (ots)

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