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ZDF-Chefredakteur ruft katholische Laien zu mehr Einmischung auf

Archivmeldung vom 04.10.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.10.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Peter Frey (2018)
Peter Frey (2018)

Foto: Olaf Kosinsky
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat angesichts des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche die Laien zu mehr Einmischung aufgerufen. Das Schweigen der Laien gehöre zu den "Eigentümlichkeiten des Missbrauchsskandals", schreibt Frey in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Auch die Empörung der Laien halte sich in Grenzen. Das sei seiner Einschätzung nach "Ausdruck des Entsetzens und der Fassungslosigkeit", schreibt Frey, der Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist.

Viele Laien fühlten sich von dem Missbrauchsskandal "peinlich berührt" und "um ihre spirituelle Heimat betrogen". Man denke sich das Seine über die Priester vorne am Altar, ohne zu reden. Das reiche aber nicht. "Die Laien müssen sprechen, Veränderungen und Verantwortung fordern." Die Macht zwischen "Amt" und "Laien" müsse neu austariert werden. Es sei Zeit, die "Priesterfixierung aufzugeben", so Frey. Das gelte nicht nur für den Gottesdienst, sondern a uch für die Administration in den Gemeinden. Gerade die Kirche in Deutschland habe Mittel genug, um nichtgeweihte, aber theologisch und seelsorgerlich gut ausgebildeten Fachleuten mehr Verantwortung zu geben – etwa als hauptamtliche Gemeindevorsteher, als Dekanatsleiter und in den bischöflichen Verwaltungen und Hilfswerken. "Warum zum Beispiel müssen in der Kirche, von den Gemeinden bis zu den Diözesen, die Priester auch immer die Chefs sein?", so Frey. Klerikalismus kritisieren heiße: "Die Priester müssen Macht abgeben, die Laien sie erstreiten."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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