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Soziologin Natasha A. Kelly: Verwendung des N-Wortes muss immer kritisiert werden

Archivmeldung vom 29.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Plakat gegen Rassismus
Plakat gegen Rassismus

Bild:Foto von Mat Reding von Pexels

Das "N-Wort" soll nach Ansicht der schwarzen Soziologin Natasha A. Kelly niemand benutzen. Das sagte sie im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Die Verwendung des Wortes muss immer kritisiert werden, egal wer es benutzt."

Kelly bezieht sich dabei auf die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die die Formulierung kürzlich in einem Interview benutzt hatte und damit eine heftige Debatte in den sozialen Medien ausgelöst hat. Baerbock hatte sich dabei auf einen Vorfall in einer Schule bezogen, wo das N-Wort in einer Aufgabenstellung aufgetaucht war. Doch der Kontext, in dem das Wort benutzt werde, spiele keine Rolle, sagte Kelly: "Die Wirkmächtigkeit liegt ja in der Bedeutung des Wortes, die sich nicht je nach Kontext verändert. Das N-Wort ist ein Begriff des strukturellen Rassismus."

Trotzdem laufe die Debatte um Baerbock in eine falsche Richtung. Rassismus werde bei ihr "zu einem Wahlkampfthema gemacht, aber aus den falschen Gründen, nämlich um sie zu diskreditieren, wo es möglich ist", monierte Kelly. Die Rassismus-Debatte bringe das nicht voran, weil das Problem woanders liege: "Wenn wir von Rassismus reden, geht es immer um die Befindlichkeit von weißen Menschen, um ihr Kulturgut, um ihre Empathie", sagte Kelly. Stattdessen solle man "den Fokus auf die Betroffenen legen, was in dieser Debatte nicht gemacht wird".

Ein Mittel, um den Abbau von Rassismus zu befördern, sei die Sprache. "Ich kann durch Sprache Gewalt ausüben, ich kann durch Sprache Rassismus reproduzieren", sagte Kelly. "Indem wir das Sprachverhalten verändern, können wir diesen Prozess anstoßen und Rassismus abbauen. Das wird nicht zwei Tage dauern, das wird nicht zwei Wochen dauern, das wird auch nicht zwei Jahre dauern. Wir müssen uns auf einen Marathon einstellen; das ist eine Langzeitaufgabe, und Sprache hilft uns auf diesem Weg."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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