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Wirtschaftsweisen-Chef warnt vor Aktionismus bei Verschärfungen

Archivmeldung vom 16.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
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Bild: Screenshot Youtube Video: "Dogs of Berlin - SEK stürmt Wettbüro der Kovac Mafia" / Eigenes Werk

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat Bund und Länder vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag vor einer Überreaktion bei den Corona-Auflagen gewarnt. "Eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns ist wohl unvermeidlich. Aber die Politik muss aufpassen, dass sie nicht in Aktivismus abdriftet", sagte Feld der "Rheinischen Post".

Die Informationslage über die Infektionen an Weihnachten und Silvester sei weiterhin zu stark eingeschränkt. Es bleibe zudem fraglich, wie sehr sich das mutierte Virus schon verbreitet hat. "Eine Verschärfung des Lockdowns über seine Verlängerung hinaus darf nicht zu einem Problem für die Versorgungslage der Bevölkerung werden. Dies muss vor dem Hintergrund stark ausdifferenzierter Lieferketten gesehen werden", warnte der Vorsitzende des Wirtschafts-Sachverständigenrats der Regierung.

Er ist auch Mitglied der Corona-Expertengruppe der Akademie Leopoldina, die das Kanzleramt berät. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warb hingegen für einen Strategiewechsel und eine Entscheidung für einen harten Lockdown. "Noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz müssen Bund und Länder eine grundlegende Strategieentscheidung treffen, von der sich die Maßnahmen ableiten", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Es gebe nur zwei Möglichkeiten. "Entweder geht es mit dieser Form des Lockdowns noch mi ndestens sechs bis acht Wochen weiter, bei 500 bis 1.000 Toten am Tag und einem hohen Risiko, dass sich die Mutation weiter verbreitet", sagte Lauterbach.

Einzelne Verschärfungen wie eine FFP2-Maskenpflicht oder mehr Homeoffice würden das kaum beeinflussen, so der SPD-Politiker. "Deswegen bin ich für die Alternative: einen wirklich harten Lockdown, der aber nicht so lange ginge. Dann wären die Geschäfte und nicht lebenswichtigen Betriebe sowie die Schulen dicht, die Kontaktbeschränkungen würden noch einmal deutlich verschärft", sagte Lauterbach. Aber nur so könne man die Gefahr durch Mutationen im Griff behalten, indem man schneller auf "beherrschbare Inzidenzwerte" komme. Fast alle Modellierungsstudien zu dieser Frage kämen zu dem Ergebnis, dass dies jetzt die sichere und bessere Strategie wäre. "Meines Erachtens gilt das wahrscheinlich sogar für die Wirtschaft", sagte Lauterbach.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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