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BND-Affäre - Stasi-Experte Hubertus Knabe warnt vor Überwachungsstaat

Archivmeldung vom 09.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de
Bild: Markus Vogelbacher / pixelio.de

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, warnt deutsche Behörden davor, unbefugt Bürger auszuspionieren. "Mich beschleicht ein mulmiges Gefühl, wenn ich höre, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) heimlich E-Mails und Telefonate in Deutschland auswertet - und dann angeblich die Informationen über deutsche Staatsbürger daraus wieder entfernt", sagte Knabe dem Nachrichtenmagazin Focus.

Aus Sicht des Stasi-Experten handelt es sich um einen Verstoß gegen geltendes Recht, wenn der BND deutsche Bürger ausforsche. "Das muss Konsequenzen haben, damit wir nicht eines Tages in einem Überwachungsstaat aufwachen, wie ihn einst die Stasi betrieben hat", sagte er. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, müsse der Generalbundesanwalt gegen die Verantwortlichen Anklage erheben. "Der Präsident des BND oder, wenn er selbst dafür verantwortlich ist, das Kanzleramt müssen die Verantwortlichen auch dienstrechtlich zur Rechenschaft ziehen", forderte Knabe. Zudem brauche der Bundestag einen Geheimdienstbeauftragten.

Quelle: FOCUS Magazin Verlag GmbH (ots)

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