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Dietmar Bartsch: Jeden Tag ein neuer Vorschlag ist noch kein Konjunkturprogramm

Archivmeldung vom 10.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Zum "Pakt für Deutschland" der CDU und den Streitereien in der Großen Koalition um ein Konjunkturpaket, erklärt Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch:

Die Große Koalition präsentiert sich angesichts der größten Wirtschafts- und Gesellschaftskrise seit Monaten  als "Hü-und-Hott-Koalition". SPD und Union sind zerstritten wie eh und je. Nach monatelangem Aussitzen der Krise herrscht bei beiden Parteien hektische Betriebsamkeit - nicht zur Lösung der realen Probleme im Land sondern zur besseren Profilierung. Nicht Wahlkampf sondern konkretes Handeln ist gefragt. Mit Aktionismus ist der Krise nicht beizukommen. Jeden Tag ein neuer Vorschlag ist kein Programm.

Man hat den Eindruck: Der Irrsinn hat Methode. Den Bürgerinnen und Bürger soll der Eindruck von einer handlungsfähigen Regierung vermittelt werden. Die Bundesregierung ist eine schlechte Krisenmanagerin. Die Große Koalition ist nicht Retter aus der Krise sondern Mitverursacher. Rot-Grün hat durch Deregulierung des Bankensektors das Fundament für die Finanzkrise gelegt, Schwarz-Rot mit Fortsetzung der neoliberalen Politik darauf aufgebaut.

Heute hat die CDU ein Zehn-Punkte-Programm zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise verabschiedet. Ein Deutschlandfonds soll angeschlagene Unternehmen über Bürgschaften retten. Der Rettungsschirm für Unternehmen ist gegenüber dem für Banken ein Knirps.  Die Entlastung der Arbeitnehmer und Geringverdiener bei Steuern und Abgaben soll offenbar erheblich geringer ausfallen, als angekündigt. "Gleichwertige Steuersenkung" ist das CDU-Modell, das heißt im Klartext keine höheren Steuern für Spitzenverdiener und Vermögende. Top-Verdiener sollen von der Krise profitieren, während Arbeitnehmer die Zeche bezahlen. Der Beschluss der CDU ist verbunden mit einer klaren Absage an den SPD-Vorschlag zur Senkung des Eingangssteuersatzes von 15 auf 12 Prozent. Dafür gibt es einen Appell an die Banken, dass sie wieder ihren Aufgaben nachkommen sollen. Deutschland braucht keine Regierungsappelle sondern konkretes politisches Handeln. Die CDU hat aus dem bisherigen Verlauf der Krise nichts gelernt. Sie kuscht erneut vor Ackermann und Co. und legt keine Finanzierungsvorschläge vor. Eine von der LINKEN geforderte Millionärssteuer von 5 Prozent, würde Milliarden in die öffentlichen Haushalte bringen.

Oskar Lafontaine: Konjunkturpaket muss Nachfrage unmittelbar stärken

Zu den jetzt bekannt gewordenen Vorschlägen der Bundesregierung für ihr geplantes Konjunkturpaket erklärt der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Oskar Lafontaine:

Um jetzt noch einen weiteren starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermeiden, müssen alle Anstrengungen darauf gerichtet sein, die Inlandsnachfrage unmittelbar zu stärken. Hierfür ist eine starke Ausweitung öffentlicher Investitionen das beste Mittel. Die Regierung Merkel will hierzu, wie jetzt bekannt wurde, für dieses Jahr anscheinend nur 10 Milliarden Euro in die Hand nehmen und meint, diese noch nicht einmal vollständig in 2009 ausgeben zu können. 2010 sollen dann weitere 10 Milliarden Euro folgen. Das ist, bemessen an unserer gesamten jährlichen wirtschaftlichen Leistung von über 2,5 Billionen Euro, lächerlich niedrig und nicht geeignet, dem starken Einbruch der ausländischen und inländischen Nachfrage entgegenzuwirken.

Die Regierung Merkel hat die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf Wachstum und Beschäftigung lange unterschätzt. Als DIE LINKE im Deutschen Bundestag bereits vor Monaten vor dem jetzt zu beobachtenden Einbruch der Konjunktur warnte, wollten die Kanzlerin und ihr Finanzminister die Krise zunächst gar nicht wahrnehmen und redeten sie anschließend klein. Die Große Koalition muss im Interesse der Menschen jetzt endlich handeln und darf nicht länger zu Lasten von Wachstum und Arbeitsplätzen hinter den Anstrengungen anderer Länder wie beispielsweise England, den USA und China zurückstehen.

Quelle: DIE LINKE

 

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