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GEW: 7000 bis 8000 Entlassungen von befristet angestellten Lehrern in Baden-Württemberg

Archivmeldung vom 13.07.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.07.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zum nahenden Beginn der Sommerferien die Entlassungen von befristet angestellten Lehrern scharf kritisiert. "Insgesamt rechnen wir damit, dass 7000 bis 8000 befristet Beschäftigte zum letzten Schultag arbeitslos werden", sagte ein Sprecher der GEW der "Heilbronner Stimme".

Nach Angaben des Kultusministeriums gab es im Juni 4244 befristet beschäftigte Lehrkräfte im Land, mehr als jemals zuvor. Mit den Sommerferien endet ihr Arbeitsvertrag - und das, obwohl die meisten von ihnen auch im kommenden Schuljahr wieder vor einer Klasse stehen werden. Mit den Entlassungen spart sich das Land die Gehälter für die Ferienzeit. In ihre Berechnung schließt die Gewerkschaft auch den Großteil der etwa 5000 Referendare ein, von denen die Mehrheit nach den Sommerferien eine Stelle antreten wird.

Die GEW hält die Entlassungen für einen verantwortungslosen Umgang mit Beschäftigten und fordert einen Ausbau der festen Lehrerreserve. "Lehrer im Süden von Baden-Württemberg versuchen in die Schweiz abzuwandern, wo sie deutlich höhere Gehälter bekommen", sagte ein Sprecher mit Blick auf den Lehrermangel und den prognostizieren Schülerzuwachs. Das Ministerium argumentiert, dass bei Vertragsabschluss für Vertretungsstellen der Bedarf für die Zukunft oft noch nicht abzusehen sei.

Dass die Zahl der befristet beschäftigten Lehrer zunimmt - 2008 waren es lediglich 1216 - liegt laut Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW, zum einen daran, dass immer mehr junge Frauen in den Schuldienst einsteigen, die in der Elternzeit vertreten werden müssen, zum anderen aber auch daran, dass neu eingestellte Lehrkräfte zur Betreuung von Flüchtlingen in der Regel zu den Sommerferien entlassen werden. "Auf unsere Forderung, die Lehrer über die Sommerferien zu bezahlen heißt es in Gesprächen mit der Landesregierung stets, dass das Geld lieber für andere Dinge ausgegeben wird. Das ist knallhart an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei."

Selbst wenn ein Vertrag elf Monate lang über das ganze Schuljahr laufe, bestehe nicht einmal Anspruch auf Arbeitslosengeld I während der Sommerferien. "Fairerweise muss man sagen, dass unter den 4244 befristet beschäftigten Lehrern auch Pensionäre sind, die beispielsweise im ländlichen Raum den Lehrkräftemangel ausgleichen", so Moritz. "Ich bin aber sicher, dass das nicht mehr als 300 sind." Das Kultusministerium verweist darauf, dass sich nur drei Prozent der 110 000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in befristeten Arbeitsverhältnissen befinden.

Quelle: Heilbronner Stimme (ots)

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