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Lauterbach beklagt "Missbrauch" der Wissenschaft durch Politik

Archivmeldung vom 29.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Karl Lauterbach (2019)
Karl Lauterbach (2019)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach hat den Umgang von Politikern mit Wissenschaftlern kritisiert. "Die Politik missbraucht mitunter die Wissenschaft", sagt Lauterbach in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel".

Als Beispiel nennt Lauterbach die Expertenanhörungen im Deutschen Bundestag, die zum Gesetzgebungsprozess gehören. Dort würden die Parteien meist jene Wissenschaftler einladen, von denen man sich Zustimmung verspreche. "Wissenschaftler werden in der Politik oft benutzt, um die Position zu belegen, die man sowieso hat", sagt Lauterbach.

Zugleich betont der Politiker, dass er sich mehr Wissenschaftler in der Politik wünsche. Und dass die Einschätzung der Wissenschaft in der Politik eine größere Rolle spielen solle, insbesondere beim Klimawandel. "Wir werden die Krisen der Zukunft nicht meistern, ohne dass wir uns noch mehr auf die Wissenschaft beziehen als bisher", so der Sozialdemokrat. Lauterbach verteidigt zudem den Virologen Christian Drosten, der zuletzt öffentlich kritisiert wurde, insbesondere von der "Bild"-Zeitung.

"Er wird jetzt als Person angegriffen, man versucht, seinen guten Ruf zu diskreditieren und zu zerstören", sagt Lauterbach. Er empfehle Drosten, trotz der Angriffe einfach weiterzumachen. "Wenn er weiter offen, klar und transparent mit seinen wissenschaftlichen Ergebnissen umgeht, ohne dass er selbige verbiegt, wird er das überleben. Weil er eine ehrliche Person und ein hochkarätiger Wissenschaftler ist." Lauterbach studierte Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, unter anderem in Harvard. Bevor er 2005 für die SPD in den Bundestag einzog, lehrte er als Professor an der Universität Köln.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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