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Ex-Parteichef Gerhardt wirft FDP-Spitze Führungsfehler vor

Archivmeldung vom 22.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
FDP
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Der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt hat Führungsfehler der FDP-Spitze für die "schwierige Lage" der Liberalen verantwortlich gemacht. In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag-Ausgabe) warf er der Parteiführung unter anderem vor, "der Aussetzung der Steuerreform durch die Kanzlerin nicht klar genug widersprochen" zu haben.

"Der Kanzlerin hätte rechtzeitig vermittelt werden müssen, dass die FDP-Bundestagsfraktion nicht in die nächste Bundestagswahl gehen kann, ohne ihr Steuerversprechen realisiert zu haben", sagte Gerhardt. Weder die FDP-Basis noch die Bundestagsfraktion seien bereit, sich das Thema "auf diese Art und Weise abnehmen" zu lassen, warnte er. "Die Kanzlerin kann nicht per Dekret eines unserer zentralen Projekte beiseite schieben." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die geplanten Steuersenkungen nach der Nordrhein-Westfalen-Wahl auf Eis gelegt.

Mit Blick auf den Niedergang der FDP in den Umfragen riet Gerhardt FDP-Chef Guido Westerwelle zu einer "Markenpflege durch Selbstvertrauen, Klarheit und Bescheidenheit". Die FDP müsse sich "wieder Vertrauen erarbeiten und Überzeugungen deutlich werden lassen, die über Einzelthemen hinaus gehen".

Zu Westerwelles Amtsführung als Außenminister sagte Gerhardt, die FDP müsse außenpolitisch "wieder stärker erkennbar" werden. Bisher habe es noch jeder Außenminister der FDP geschafft, eine wichtige Rolle zu spielen. "Das wird auch Guido Westerwelle gelingen, wenn er die Herausforderung annimmt." Deutschland stehe wegen der Euro-Krise vor einem fundamentalen Umbau der EU. "Das birgt für die FDP und unseren Außenminister eine riesige Chance." 

Quelle: Der Tagesspiegel

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