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Pensionslast des Bundes steigt auf mehr als 800 Milliarden Euro

Archivmeldung vom 16.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Zum Vergleich: Dies sind eine Billion = 1.000 Milliarden Euro in 100 Euroscheinen. Zu sehen sind Doppelpaletten voll 100 Euro Scheine. Jeder EU-Einwohner bezahlt dafür 2.000€.
Zum Vergleich: Dies sind eine Billion = 1.000 Milliarden Euro in 100 Euroscheinen. Zu sehen sind Doppelpaletten voll 100 Euro Scheine. Jeder EU-Einwohner bezahlt dafür 2.000€.

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die zu erwartenden Kosten für Pensionen und Beihilfen für Bundesbeamte haben die 800-Milliarde-Euro-Marke durchbrochen. Laut der neuen Vermögensrechnung des Bundes, über die das "Handelsblatt" berichtet, stieg die Pensionslast im Jahr 2019 auf 809 Milliarden Euro.

"Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Gesamtanstieg von 51,21 Milliarden Euro", heißt es im Bericht. Im Fünfjahresvergleich beträgt das Plus 281 Milliarden Euro oder 53 Prozent. Demnach beliefen sich die Pensionsverpflichtungen für Bundesbeamte auf 595 Milliarden Euro, ein Plus von 28 Milliarden Euro gegenüber 2018. Darin enthalten sind Ansprüche ehemaliger Post-Beamter in Höhe von 193 Milliarden Euro und ehemaliger Bahn-Beamter von 75,5 Milliarden Euro.

Hinzu kommen Beihilfen für Bundesbeamte bei Krankheits-, Geburts-, Pflege- und Todesfällen. Diese Ansprüche betrugen 213,8 Milliarden Euro. Ökonomen und Jungpolitiker fordern angesichts der Lasten eine Reform des Beamtentums. Der Chef der Wirtschaftsweisen Lars Feld sagte: "Meines Erachtens ist der Umfang der Verbeamtung in Deutschland zu weitreichend. Weder die Lehrerschaft noch die Professorenschaft muss beispielsweise einen Beamtenstatus haben." Ähnlich sieht dies die Chefin der Jungen Liberalen, Ria Schröder: "Das Berufsbeamtentum muss die Ausnahme, nicht die Regel sein."

Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, findet, Beamte müssten bereits in der anstehenden Tarifrunde zurückstecken. "Beamte und Pensionäre tragen finanziell bislang nichts zur Bewältigung der Coronakrise bei." Felbermayr schlägt daher eine temporäre "Besoldungs- und Pensionsbremse" vor. Beamtenbund-Vize Friedhelm Schäfer lehnt dies ab. "Sonderopfer für Beamte machen keinen Sinn, sie sind ungerecht und schaden der Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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