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Magazin: Steinbrück ließ sich Interview bezahlen

Archivmeldung vom 01.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Peer Steinbrück (2011) Bild: http://www.dts-nachrichtenagentur.de / de.wikipedia.org
Peer Steinbrück (2011) Bild: http://www.dts-nachrichtenagentur.de / de.wikipedia.org

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich offenbar für ein Interview bezahlen lassen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, gab Steinbrück 2011 ein Interview zum Thema "Öffentlich Private Partnerschaften", das im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erschienen ist. Mindestens 7.000 Euro hat Steinbrück für die zehn Antworten erhalten.

Die genaue Höhe und der wirkliche Auftraggeber blieben lange im Dunkeln, weil Steinbrück beim Bundestagspräsidenten wie vorgeschrieben nur die Honorarstufe drei (mehr als 7.000 Euro) und die Agentur Brunswick angegeben hatte. Brunswick hatte das Interview geführt und das Honorar an ihn weitergeleitet. Insider berichteten dem Magazin von einem fünfstelligen Betrag, der an Steinbrück geflossen sei. Zwar ist es nicht unüblich, dass sich Politiker Dienste für Firmen honorieren lassen.

Für Vorträge etwa werden sie zum Teil üppig bezahlt. Dass Steinbrück aber selbst Geld für Interviews angenommen hat, sei eine neue Qualität der Selbstvermarktung, schreibt das Nachrichtenmagazin. Martin Reyher von der Nichtregierungsorganisation Abgeordnetenwatch sagte "Focus": "Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Abgeordneter Geld für Interviews bekommen hätte."

Steinbrück musste sich bereits mehrfach Kritik an seinem Finanzgebaren gefallen lassen. 73 Vorträge mit einem Honorar von jeweils über 7.000 Euro hat er in der aktuellen Legislaturperiode gehalten und damit mindestens eine halbe Millionen Euro eingenommen. Experten gehen sogar von einer noch größeren Summe aus. Zusammen mit Buchhonoraren und Aufsichtsratsmandaten könnte Steinbrück auf mehr als eine Million Euro kommen.

Außerdem steht der frühere Bundesfinanzminister in der Kritik, weil er die Chefs der ehemaligen Bundesunternehmen Post und Telekom auf Privatdienstbögen um eine Million Euro zur Finanzierung eines Schach-Turniers in Bonn gebeten hatte. Wie Steinbrück inzwischen erklärte, erhielten auch Eon, die Bahn, RAG und Porsche gleichlautende Briefe.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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