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Zentralrat der Juden befürchtet neuen Antisemitismus im Herbst

Archivmeldung vom 11.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Josef Schuster (2017), Archivbild
Josef Schuster (2017), Archivbild

Foto: Urheber
Lizenz: CC BY 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rechnet damit, dass die deutschen Juden im Herbst ins Visier von Querdenkern und Corona-Leugnern geraten, wenn es im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die dadurch entstehende Energiekrise zu Protesten kommen sollte.

"Sie haben im Zusammenhang mit Corona derzeit keine nennenswerte Plattform", sagte Schuster dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Aber dafür gibt es den Ukrainekrieg und, was mir noch viel mehr Sorgen macht, die Energiekrise." Schuster führte aus: "Wenn es im Winter kalt wird, wird diese Szene angreifen und, wie ich befürchte, Erfolg haben."

Wenn es Probleme gibt, werde das Minderheiten angelastet. "Da sind Juden immer dabei." Man müsse "diese Szene im Herbst im Blick behalten" und "wachsam bleiben". In der jüdischen Gemeinde sorge der Ukraine-Krieg dagegen wider Erwarten nicht für Konflikte. "Wir haben zwar zahlreiche Mitglieder sowohl aus der Ukraine, als auch aus Russland, die nach 1990 gekommen sind", sagte Schuster dem RND. "Das sind von den insgesamt rund 92.000 Menschen jeweils ungefähr 35.000. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass sich dieser Konflikt in die Gemeinden fortpflanzt. Das ist aber nicht geschehen." Auch die Menschen aus Russland hätten "klar erkannt, was los ist", sagte er. "Es gibt in den Gemeinden eine große Einigkeit pro Ukraine", so Schuster.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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