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Wohlfahrtsverbände üben scharfe Kritik an AKKs Wehrdienst-Plänen

Archivmeldung vom 23.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Proritätensetzung der BRD (Symbolbild)
Proritätensetzung der BRD (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die Wohlfahrtsverbände blicken mit Skepsis auf die Pläne von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zur Einführung eines freiwilligen Wehrdienstes.

"Bei allem Respekt vor neuen Ideen und vor dem Schutz der Heimat sollten wir nicht vergessen, dass es bereits gute Angebote gibt, sich im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts einzubringen", sagte Caritas-Präsident Peter Neher dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Dazu gehörten das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr, der Bundesfreiwilligendienst und das Programm "weltwärts" für Einsätze im Ausland. "Ob zusätzlich dazu ein Dienst an der Waffe Sinn macht, möchte ich mindestens kritisch hinterfragen", so Neher. Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, übte scharfe Kritik an der Werbekampagne, mit der der Start des sogenannten "Freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz" begleitet werden soll.

"Ich halte das für eine große Ungerechtigkeit", sagte Schneider dem RND. Er befürchtet eine Benachteiligung sozialer Dienste im Wettbewerb mit der Bundeswehr. "Es geht nicht nur um hohe Werbetats, sondern auch um Leistungen wie kostenlose Bahntickets für die Bundeswehr, die die Bundesregierung mal eben beschlossen hat, um die Bundeswehr attraktiver zu machen", so Schneider. "Wo ist die Wertschätzung für die Arbeit, die unsere Freiwilligen im sozialen und ökologischen Bereich leisten? Menschen die freiwil lig in der Pflege, Alten- oder Behindertenhilfe arbeiten, bekommen nicht mal ihr S-Bahn-Ticket ersetzt", beklagte Schneider.

Wolfgang Stadler, Vorstandvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, übte grundsätzliche Kritik: "Den Begriff eines Freiwilligendienstes bei der Bundeswehr lehnen wir ab." Der Begriff müsse ein zivilgesellschaftlich geprägter sein und bleiben. "Die Idee, einen freiwilligen militärischen Dienst an Deutschland einzuführen, vermischt Begrifflichkeiten, die sauber getrennt bleiben sollten", so Stadler. Am Donnerstag stellt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer den neuen "Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz" der Bundeswehr unter dem Titel "Dein Jahr für Deutschland" vor. Er beinhaltet eine sechsmonatige militärische Grundausbildung sowie einen Zeitraum der Reserve von sechs Jahren. In diesem Zeitraum sind sechs Einsätze in der Nähe des Heimatortes für insgesamt sechs Monate vorgesehen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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