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Strauß-Sohn fordert CSU zu Umdenken in Griechenland-Frage auf

Archivmeldung vom 23.01.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.01.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, Max Josef Strauß, hat die Griechenland-Politik der CSU-Spitze kritisiert und ein Umdenken gefordert. Konkret wendet sich Strauß in einem "Handelsblatt-Online" vorliegenden Brief an CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gegen die Position der Parteiführung, Krisenländern wie Griechenland auch das Ausscheiden aus der Euro-Zone zu ermöglichen.

Strauß begründet seine ablehnende Haltung mit zusätzlichen Lasten im dreistelligen Milliardenbereich, die im Fall eines Euro-Ausstiegs Griechenlands auf die deutschen Steuerzahler zu kämen. "Mich würde interessieren", schreibt Strauß an Dobrindt, "wie die CSU den Wählern erklären will, dass solche gigantischen Beträge nach Griechenland fließen, damit den griechischen Steuerhinterziehern ihre Beute bleibt und der Sumpf weiterbesteht." Aus diesem Grund müsse Griechenland im Euro bleiben, betont Strauß, der Mitglied der CSU ist. Darüber hinaus hält er es für nötig, "dass Experten der EU in das griechische Finanzministerium und andere Ministerien entsandt werden, um endlich dort die Verwaltung in Gang zu bringen". Die bisher dort tätigen Berater reichten "ganz offensichtlich nicht aus, um dem Chaos Herr zu werden" Die CSU will dagegen ein Euro-Ausscheiden Griechenlands nicht ausschließen. In einem Parteitagsbeschluss vom 7.Oktober 2011 heißt es dazu: "Euro-Staaten, die sich nicht an die gemeinsamen Regeln der Haushaltsdisziplin halten und dadurch sich und die Währungsunion in Schwierigkeiten bringen, müssen damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen." Strauß warnte in seinem Schreiben an CSU-General Dobrindt vor den wirtschaftlichen Folgen eines Euro-Austritts. "Wenn Griechenland nämlich zur Drachme zurückkehrt, die dann schnell an Wert verliert, müssen auch die Forderungen der EZB, der europäischen Notenbanken wie der Deutschen Bundesbank von Euro in Drachmen umgewandelt werden und am Wertverlust teilnehmen, sonst bricht das griechischen Bankenwesen sofort zusammen mit derselben Konsequenz für die Gläubiger." Dies führe zu Abschreibungen von mehreren 100 Milliarden Euro für die Auslandsgläubiger, insbesondere für Deutschland und Frankreich, während die vermögenden Griechen davon kämen. "Der deutsche Anteil wäre von 100 Milliarden Euro sicher nicht weiter entfernt", so Strauß.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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