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Wanka: Biermann hat bei Angriff auf Linkspartei noch untertrieben

Archivmeldung vom 08.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Wolf Biermann Bild: Heinrich-Böll-Stiftung/xpressberlin, on Flickr CC BY-SA 2.0
Wolf Biermann Bild: Heinrich-Böll-Stiftung/xpressberlin, on Flickr CC BY-SA 2.0

Nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat der Liedermacher Wolf Biermann bei seinem scharfen Angriff auf die Linkspartei noch untertrieben: "Ich habe spontan geklatscht, als Biermann das gesagt hat. Es ist aber leider anders und schlimmer", sagte Wanka der "Welt am Sonntag". "25 Jahre nach der friedlichen Revolution können die SED-Nachfolger wieder ein ganzes Bundesland führen. Die Linkspartei ist mehr als der elende Rest der DDR-Staatspartei", so die Bildungsministerin. "Sie ist nicht geschlagen. Ich finde das traurig."

Der seinerzeit aus der DDR ausgebürgerte Biermann hatte im Bundestag bei der Feierstunde zu 25 Jahren Mauerfall gesagt, die Linkspartei sei "der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist". Rot-Rot-Grün in Thüringen sei "überhaupt nicht normal und für mich auch nicht akzeptabel", bekräftigte die in der DDR aufgewachsene Ministerin. Dass der mögliche Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) aus dem Westen stammt, ließ Wanka nicht als Argument gelten. Ramelow habe sich "bewusst der Nachfolgeorganisation der Täterpartei SED angeschlossen und diese damit am Leben gehalten".

Haseloff würdigt Biermann als "mutige Persönlichkeit"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat für die jüngsten Angriffe des Liedermachers Wolf Biermann auf die Linke Verständnis gezeigt: "Biermann ist eine mutige und verdienstvolle Persönlichkeit, der man Ecken und Kanten zugestehen muss", sagte Haseloff der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wolf Biermann hat für meine Generation eine wichtige Rolle gespielt." Deshalb sei er dankbar, dass er "diesen historischen Moment erleben durfte". Biermann hatte die Linksfraktion im Bundestag anlässlich der Feierstunde zum 25. Jahrestag des Mauerfalls vehement attackiert.

Der grüne Abgeordnete Christian Ströbele erklärte dem Blatt hingegen mit Blick auf die Zeit vor 1989, Biermann sei "immer noch der damaligen Auseinandersetzung verhaftet". Was er geboten habe, sei "von Gestern".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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