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VZBV-Chef verlangt Erstattungs-Fonds für Pauschalreisen

Archivmeldung vom 16.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Klaus Müller (2019)
Klaus Müller (2019)

Bild: Screenshot Youtube Video: "#EuropaKannMehr: Statement von Klaus Müller zur Europawahl 2019" / Eigenes Werk

Im Streit um die Gutscheine von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) die rasche Einführung eines Fonds, aus dem die Kunden ihre Erstattungen erhalten sollen. "Wir brauchen jetzt dringend einen Reisesicherungsfonds, aus dem Erstattungen, auf die die Verbraucher ein Anrecht haben, bezahlt werden könnten", sagte VZBV-Chef Klaus Müller der "Welt".

Dies helfe auch den Unternehmen. Die Reisebranche habe "im März den strategischen Fehler gemacht, nicht unter einen Rettungsschirm des Finanzministers zu schlüpfen". Stattdessen wollten die Unternehmen ihre Liquiditätsprobleme zulasten der Verbraucher lösen, indem sie Gutscheine statt Erstattungen ausgeben. "Solche Zwangsgutscheine sind letztlich unfreiwillige zinslose Darlehen der Verbraucher an die Unternehmen", kritisierte der VZBV-Chef.

An die Gastronomie richtete er die Forderung, einen Teil der künftigen Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weiterzugeben. Es wäre "fair, wenn die Gastronomie einen Teil der beschlossenen Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucher weitergeben würde, die ja selbst weniger Geld haben", sagte Müller. Das locke auch neue Kunden an. "Sollte es aber flächendeckend trotz Steuersenkung sogar einen Preisaufschlag geben, wäre das kein gutes Verhalten", so der VZBV-Chef weiter. Er sprach sich außerdem gegen Konsumgutscheine aus, wie sie von verschiedenen Seiten vorgeschlagen wurden. "Gießkannen-Gutscheine sind keine gute Idee", sagte Müller der "Welt". Ihm falle es schwer, zu verstehen, "warum alle Menschen unabhängig von ihrem Einkommen 250 bis 500 Euro bekommen sollten". Wenn der Staat Geld in die Hand nehme, sollte er Bedürftigkeit berücksichtigen und die Zahlungen mit einer ökologischen und sozialen Lenkungswirkung verbinden, so der VZBV-Chef.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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