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Karliczek fordert grüne Wasserstoffstrategie

Archivmeldung vom 22.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Tanken mit Wasserstoff
Tanken mit Wasserstoff

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die lange erwartete Wasserstoffstrategie der Bundesregierung soll am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. "Das wird ein wichtiger Tag für das Innovationsland Deutschland, den Wirtschaftsstandort und den Klimaschutz in unserem Land", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Fachdienst "Tagesspiegel Background Mobilität & Transport".

Es dürfe aber nicht nur bei der Verabschiedung der Strategie bleiben. "Sie muss dann auch kraftvoll umgesetzt werden", forderte die Ministerin. "Wir müssen aufpassen, dass sich die Transrapid-Geschichte nicht wiederholt." Ein Großteil der Wasserstofferzeugung werde aus wirtschaftlichen Gründen sicherlich im Ausland stattfinden. Aber die Maschinen und Anlagen, die dafür notwendig seien, sollten in Deutschland produziert werden.

Auch zur Wärmeversorgung sei eine Wasserstoffnutzung denkbar. "Unter anderem müssen wir die Frage beantworten, wie wir unsere Erdgasnetze für grünen Wasserstoff zur Verfügung stellen", sagte Karliczek. Die CDU-Politikerin bekräftigte ihre Forderung nach einer nachhaltigen, also CO2-freien Produktion von "grünem Wasserstoff" aus Wind- und Sonnenenergie und einer möglichst kurzen Nutzung von Erdgas. "Je länger der Übergang dauert und je länger wir Parallelstrukturen aufrechterhalten, desto teurer wird es." Die Nachfrage werde zunächst aus der Industrie - also vor allem von den Chemie- und Stahlproduzenten - kommen. Diese könnten nur mit Grünem Wasserstoff ihre Klimaschutzziele erreichen. "Klar scheint auch, dass der normale Pkw-Bereich zunächst nicht dazu gehören wird", sagte Karliczek.

Die "Forschungsfabrik Batterie" in Münster, deren Standortwahl in Karliczeks Wahlkreis die Ministerin in Erklärungsnot gebracht hatte, sieht die Politikerin auf gutem Weg. "Ich gehe davon aus, dass die ersten Zellen 2023 in Münster hergestellt werden." Sie sei sehr optimistisch, dass die Forschungsfertigung Batteriezelle ihre Ziele erreichte. "Entsprechende Gespräche mit der Industrie sind vielversprechend", sagte Karliczek.

Quelle: Der Tagesspiegel (ots)

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