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Ex-Außenminister Gabriel: "Der Westen ist derzeit ein Totalausfall"

Archivmeldung vom 29.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Sigmar Gabriel  (2018)
Sigmar Gabriel (2018)

Foto: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de
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Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige Bundesaußenminister und frühere SPD-Chef, Sigmar Gabriel, hat scharfe Kritik an der Rolle der USA und ihrer Verbündeten in der Coronakrise geübt. "In früheren Pandemiefällen waren es doch die USA, die weltweit ihre Möglichkeiten zur Hilfe eingesetzt haben", sagte Gabriel, der inzwischen als Nachfolger von Friedrich Merz dem transatlantischen Thinktank Atlantik-Brücke vorsitzt, der "Welt".

Der Westen und seine Führungsnation seien "derzeit ein Totalausfall." Ausgerechnet China versuche nun, "dieses Vakuum zu nutzen", so der frühere Außenminister weiter. Das Virus führe die politischen Schwächen deutlich vor Augen. "Das Coronavirus wirkt wie ein Brandbeschleuniger", sagte Gabriel. Es sei "nicht nur gesundheitlich gnadenlos", sondern zeige "auch gnadenlos unsere Schwächen: national, europäisch, international", so der ehemalige SPD-Chef weiter.

Er verwies auf eine Umfrage, wonach 52 Prozent der Italiener China als ihnen am freundlichsten gesonnene Nation genannt hätten. "Auf die Frage nach dem größten Feind nennen 45 Prozent der Italiener Deutschland", sagte Gabriel. Zudem forderte er Peking zu einer Aufklärung der Ursprünge der Coronakrise auf. "China sollte möglichst schnell internationale Experten ins Land zu lassen, die die Ausbreitung des Virus untersuchen", so der ehemalige Außenminister. Die Aufklärung, woher das Virus stamme, wie es sich so schnell verbreitet habe und wie man hätte früher warnen können, sei "auch in Pekings Interesse". Die Weltgesundheitsorganisation WHO und der UN-Sicherheitsrat seien "die richtigen Gremien", um sich damit zu befassen, sagte Gabriel der "Welt".

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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