Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Politik Bofinger schlägt regional differenzierten Ausstieg aus Shutdown vor

Bofinger schlägt regional differenzierten Ausstieg aus Shutdown vor

Archivmeldung vom 09.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Peter Bofinger (2019)
Peter Bofinger (2019)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der Ökonom und frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat vorgeschlagen, die wegen der Coronakrise verhängten Beschränkungen im öffentlichen Leben regional differenziert aufzuheben. Ein Ausstieg sollte in den Kommunen beginnen, die in einem Bundesland besonders niedrige Fallzahlen relativ zur Bevölkerung aufwiesen, sagte Bofinger den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

"Wenn man den regionalen Ausstieg auf anfänglich zehn Prozent der gesamten Bevölkerung eines Bundeslandes festlegt, dürfte sich das Risiko einer Überlastung der medizinischen Kapazitäten begrenzen lassen", so der Ökonom weiter. Denn notfalls stünden die medizinischen Kapazitäten der übrigen Kommunen zusätzlich zur Verfügung. In den ausgewählten Kommunen könnten Kindergärten und Schulen sowie Restaurants und Geschäfte wieder öffnen, sagte Bofinger.

Für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen solle eine freiwillige Quarantäne bestehen. Für sie müssten von den Kommunen kostenlose Lieferdienste insbesondere für Lebensmittel, Drogeriewaren und Arzneimittel eingerichtet werden. Zudem sollten in diesen Kommunen umfangreiche Corona-Tests organisiert werden, um Erfahrungen über die Entwicklung der Fallzahlen nach einem Ausstieg zu gewinnen. "Für die Bewohner der Kommunen ohne Beschränkungen müsste weiterhin das Verbot gelten, sich in andere Kommunen zu begeben. Mit polizeilichen Kontrollen an die Zufahrtstraßen und hohe Bußgelder muss man dafür sorgen, dass solche Bewegungen unterbleiben", so der frühere Wirtschaftsweise. Es sei nicht überraschend, dass nun zunehmend nach einer Strategie für den Exit aus den derzeitigen Maßnahmen gesucht werde.

"Mit jedem Tag, den die strikten Einschränkungen des Alltagslebens andauern, steigen die wirtschaftlichen Kosten und zugleich die psychologischen Belastungen für die Menschen in Deutschland", sagte Bofinger den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Durch eine regional differenzierte Lösung könne ein Mittelweg gefunden werden zwischen der Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens und den möglicherweise überproportional zunehmenden ökonomischen Kosten durch einen flächendeckenden Shutdown. Bei dessen Beibehaltung seien zudem erhebliche psychische und gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen, so der Ökonom.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


Videos
Peter Denk über die "Neuordnung der Welt" (Nov. 2021)
Peter Denk über die "Neuordnung der Welt" (Nov. 2021)
Gandalf Lipinski: „Basisdemokratie und matriarchale Politik“
Vortrag von Gandalf Lipinski: „Basisdemokratie und matriarchale Politik“
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte taipei in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige