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Stahlwerkschef: Je grüner der Strom, desto grüner die Elektrostahl-Herstellung

Freigeschaltet am 21.05.2019 um 06:59 durch Andre Ott
Klimawandel und Gewichtung von CO2 (Symbolbild)
Klimawandel und Gewichtung von CO2 (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die Elektrostahl-Herstellung spielt bei der Decarbonisierung der Branche eine führende Rolle, sagte Frank Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der GMH Gruppe, zu der mehr als 20 Unternehmen gehören, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Im Vergleich zur konventionellen Hochofenroute, bei der im Wesentlichen CO2-invensive Kokskohle als Energieträger verwendet werde, liege der Output an Treibhausgasen bei der Elektrostahl-Herstellung um den Faktor 5 niedriger, so Koch weiter. "Allein durch die Produktion von mehr als 12 Millionen Tonnen Rohstahl auf Basis des Sekundärrohstoffs Stahlschrott über die Elektrostahlroute werden in Deutschland pro Jahr rund 17 Millionen Tonnen CO2 eingespart."

Insgesamt lagen die direkten CO2-Emissionen der Branche laut Koch im vergangenen Jahr bei 56 Millionen Tonnen, 0,5 Millionen Tonnen hat die GMH Gruppe dazu beigetragen. Einen großen Einfluss auf ihre CO2-Bilanz hat dabei der Strommix. "Sobald wir unseren Bedarf aus grünem Strom decken können, wird sich unser CO2-Rucksack noch einmal ganz deutlich auf ein Drittel reduzieren." Deshalb fordert Koch von der Politik den Ausbau erneuerbarer Energien und des Stromnetzes.

Eine Verteuerung der CO2-Zertifikate auf 30 Euro würde das Unternehmen treffen. "Das würde für uns Mehrkosten im deutlich zweistelligen Millionenbereich bedeuten. Das ist ein signifikanter Teil unserer Erträge und damit auch bedeutend für angedachte Investitionen." Klimaschutz dürfe nicht dazu führen, dass man sich selbst abhänge. "Meine große Sorge ist, dass wir die Balance zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verlieren", sagte Koch.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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