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Spahn will keine Koalition mit Rechtspopulisten

Archivmeldung vom 05.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Jens Spahn Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, on Flickr CC BY-SA 2.0
Jens Spahn Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, on Flickr CC BY-SA 2.0

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit Blick auf seine Bewerbung um den Parteivorsitz in der CDU gegen jegliche Koalition mit den Rechtspopulisten ausgesprochen. "Österreich ist Mahnung, nicht Vorbild. Ich möchte in Deutschland nie in eine Situation kommen, in der eine rechtspopulistische Partei entscheidet, wer regiert", sagte Spahn der "Welt am Sonntag".

Denn das sei ja die Wahrheit: "Die FPÖ hat entschieden, ob die ÖVP regiert oder die Sozialdemokraten, die auch zur Koalition mit der FPÖ bereit waren", so Spahn weiter. Gegenwärtig läge die Union bundesweit nur noch bei 24 Prozent. "Unser Ziel als Volkspartei müssen aber 40 Prozent sein! Dafür brauchen wir eine personelle und inhaltliche Erneuerung. Und wir müssen wieder lernen, Debatten in der Partei breit und offen zu führen", so der CDU-Politiker. Spahn übte indirekt auch Kritik an der bisherigen Führung der Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), indem er für einen "Stilwechsel" warb . "Ich möchte Debatten in ihrer ganzen Breite führen und sie befördern. Das Argument muss in der CDU wieder mehr wertgeschätzt werden." Gegenseitiges Zuhören, breite Debatten, klare Entscheidungen statt verdrängter Konflikte und endlosen Streits sei nötig.

"Der Wettbewerb um den Parteivorsitz kann dafür ein Anfang sein." Zwar sei die Methode Merkel, Unterschiede zwischen den Parteien zu verwischen, erfolgreich gewesen. "Aber die Gesellschaft verändert sich, sie hat sich repolitisiert. Wer zur Wahl geht, will wieder eine echte Auswahl haben. Parteien müssen sich wieder stärker unterscheiden", sagte Spahn der "Welt am Sonntag". Debatten innerhalb der Partei zu führen, stelle niemandes Autorität infrage. "Warum darf es auf einem Parteitag nur einen Leitantrag geben, der bis zur Unlesbarkeit verschwurbelt ist? Warum stellen wir nicht einfach zwei Leitanträge zur Diskussion, die ihre Position sauber herleiten?", so Spahn. Reine Dialogformate hätten auch ihre Berechtigung. "Nur Fragen zu stellen und zuzuhören, ist aber nicht mehr das Format unserer Zeit. Unsere Mitglieder wollen richtig diskutieren und mitentscheiden", so der Gesundheitsminister.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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