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Bericht: Luftabwehrsystem für Bundeswehr wird teurer

Archivmeldung vom 01.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Patriot-Startgerät der deutschen Luftwaffe. Im Gegensatz zur US-Version sind bei der deutschen Version alle Komponenten auf LKW montiert.
Patriot-Startgerät der deutschen Luftwaffe. Im Gegensatz zur US-Version sind bei der deutschen Version alle Komponenten auf LKW montiert.

Foto: Darkone
Lizenz: CC-BY-SA-2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht laut eines Zeitungsberichts der nächste Problemfall ins Haus: Die Entwicklung des neuen Luftabwehrsystems für die Bundeswehr werde erheblich kostspieliger als bisher geplant, berichtet das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf informierte Kreise.

Statt der bisher vom Ministerium veranschlagten 972 Millionen Euro würden die Entwicklungskosten nun bei 3,3 Milliarden Euro liegen. Intern begründeten die Einkäufer die zusätzlichen Aufwendungen mit einer Überarbeitung der "Schätzkosten", berichtet die Zeitung weiter. Die Erneuerung der Luftabwehrsysteme ist eines der ältesten Rüstungsprojekte der Bundeswehr, es wird bereits seit 2005 diskutiert. Auch Mittel seien bereits in das Vorhaben geflossen: Für rund vier Milliarden Euro sei laut Branchenexperten bereits ein System entwickelt worden, heißt es.

Da sich in den vergangenen Jahren die Technik weiterentwickelt habe und Fluggeräte schneller, kleiner und wendiger geworden seien, müssten die Arbeiten noch einmal grundlegend neu begonnen werden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen informierten Manager. Das sei der Grund für die zusätzlich benötigten Gelder. Das Verteidigungsministerium habe sich auf Anfrage nicht zu der Kostensteigerung geäußert. Die Bundesregierung wolle den Entwicklungsauftrag für das Luftabwehrsystems möglichst noch in diesem Jahr an ein Konsortium bestehend aus dem europäischen Rüstungskonzern MBDA und dem US-Konzern Lockheed Martin vergeben.

Die beiden Unternehmen sollen dann schnellstmöglich mit den Arbeiten beginnen, damit ab 2025 das in die Jahre gekommene "Patriot"-System abgelöst werden kann. Die Anschaffung werde laut Branchenkreisen mindestens vier weitere Milliarden Euro kosten, berichtet das "Handelsblatt". Die Mehrkosten bei der Luftabwehr dürften den Druck auf von der Leyen verstärken. Die Verteidigungsministerin steht bereits wegen der Vergabe von Beraterverträgen sowie Preissteigerungen bei verschiedenen Rüstungsprojekten in der Kritik. Dramatisch teurer werden der geplante Bau von vier Kampfschiffen vom Typ MKS 180 und die Restaurierung des Marineschulschiffs "Gorch Fock".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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