DGB: Fahimi schließt bei Sozialreformen Leistungskürzungen aus

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Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hält den Sozialstaat anders als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) weiter für finanzierbar. "Ich bin auch der Überzeugung, dass wir eine Modernisierung des Sozialstaats brauchen", sagte Fahimi dem "Tagesspiegel". "Leistungskürzungen sind für mich dabei ausgeschlossen." Stattdessen brauche es mehr Effizienz sowie Gerechtigkeit.
In der Debatte um das Bürgergeld warf die Gewerkschafterin Merz und den
Arbeitgebern Unseriosität vor. "Er und viele andere machen den Fehler,
nominale Werte zu vergleichen", sagte Fahimi dem Tagesspiegel. "Es ist
völlig unseriös, nur mit den absoluten Zahlen zu hantieren. Es gibt
keinen Aufwuchs beim Bürgergeld." Wenn man die Ausgaben mit dem Haushalt
oder der Wirtschaftsleistung ins Verhältnis setze, seien sie sogar
leicht gesunken.
Trotzdem sieht auch sie Handlungsbedarfe im
Bürgergeld-System. "Ich sehe eine Notwendigkeit, die organisierten
kriminellen Banden und deren Machenschaften schonungslos aufzudecken und
zu unterbinden." Menschen aus Südosteuropa würden nach Deutschland
gelockt, in überbelegten Schrottimmobilien untergebracht und mit
fingierten Arbeitsverträgen ausgestattet, um schließlich zum Amt
geschickt zu werden. "Diese kriminellen Machenschaften müssen wir
abstellen", sagte sie.
Weiteren Handlungsdruck gebe es bei
Aufstockern. "Das ist nichts anderes als ein steuerfinanzierter
Kombi-Lohn", so Fahimi. Das könne man nicht länger tolerieren.
Quelle: dts Nachrichtenagentur