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Käßmann sieht ihren Rücktritt von 2010 in Kontrast zum Verhalten des VW-Managements

Archivmeldung vom 30.05.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Axel Hoffmann / pixelio.de
Bild: Axel Hoffmann / pixelio.de

Die protestantische Theologin und frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann, sieht den Rücktritt von ihren kirchlichen Ämtern 2010 als Kontrast zum Verhalten des VW-Managements in der Diesel-Affäre. "Das passt nicht zusammen, Macht ohne Verantwortung", sagte Käßmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Ich habe nicht an meinen Ämtern geklebt", betonte Käßmann, die Anfang 2010 nach einer Autofahrt unter Alkohol-Einfluss in die Kritik geraten war. Für diesen Fehler habe sie die Verantwortung übernommen. "Das ärgert mich so im VW-Skandal. Keiner der Herren aus dem Management stellt sich hin und sagt, 'ich übernehme die Verantwortung dafür'".

Auch wenn der damalige Schritt ihr "bei vielen Menschen sogar Anerkennung eingebracht" habe, habe sie trotzdem ein schlechtes Gewissen - des Fehlers wegen, den ich gemacht habe, und der Menschen wegen, die mich gewählt hatten", betonte Käßmann. "Damit war ja jeweils ein großer Vertrauensvorschuss und ein Signal verbunden: Wir wollen dich in diesem Amt." Angesichts großer Widerstände und Vorbehalte gegen die erste Frau als Bischöfin der hannoverschen Landeskirche oder als Ratsvorsitzende seien die Mehrheitsvoten etwas, was sie den Wahlgremien bis heute hoch anrechne, sagte die Theologin, die am 3. Juni 60 Jahre alt wird und Ende des kommenden Monats als Pfarrerin in den Vorruhestand tritt.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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