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Netzstreit: „Nazi-Schlampe“ ist Satire - darf man nun die Kanzlerin beschimpfen?

Archivmeldung vom 17.05.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.05.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: berlin-pics / pixelio.de
Bild: berlin-pics / pixelio.de

Christian Ehring vom öffentlich-rechtlichen Satiremagazin „extra 3“ bezeichnete in einer Sendung die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel als „Nazi-Schlampe“. Und mit Recht, wie nun das Oberlandesgericht Hamburg entschieden hat. Im Internet sorgt dieser Beschluss für eine rege Diskussion, schreibt die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik".

Weiter heißt es auf der Webseite: "„Jawohl, Schluss mit der politischen Korrektheit! Lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genug? Ich hoffe!“, sagte Ehring Ende April in der Sendung. So kommentierte er die Worte Weidels, politische Korrektheit „gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte“.

Nachdem sich die AfD an das Oberlandesgericht Hamburg  gewendet hatte, hat dieses einen Unterlassungsantrag der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zurückgewiesen, da es sich laut einem Gerichtssprecher nämlich um eine „klar erkennbare und der Satire gerade wesenseigene Übertreibung“ handelt.

So etwas sollte die Politikerin über sich ergehen lassen können, zudem sich diese Satire auf ihre davor geäußerte Forderung beziehe, so die Pressekammer.

Nun streitet das deutsche Netz darüber, ob man ab jetzt nun solche Begriffe wie „Schlampe“ öffentlich benutzen dürfe.

​Die meisten User interpretieren den Beschluss als eine persönliche Einladung, deutsche Spitzenpolitiker zu beschimpfen.

Einige Internetnutzer raten jedoch davon ab. Alles hänge nämlich vom Kontext ab, in dem man diese Schimpfwörter benutze:

Man erinnert sich an ähnliche Fälle, bei denen es sich zwar nicht um Satire handelte, allerdings eine ähnliche Wortwahl zu hohen Strafen führte.

Viele User sehen darin trotz AfD-Antipathien nichts Gutes."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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