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Gesine Schwan erneuert ihren Hinweis auf soziales "Konfliktpotential" durch die Wirtschaftskrise

Archivmeldung vom 12.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, sieht durch die Wirtschaftskrise vor allem den sozialen Frieden im deutschen Mittelstand gefährdet. In der SWR-Sendung "2+Leif" sagte Schwan am Montagabend: "Konfliktpotential liegt eher beim bedrohten Mittelstand.

Und hier muss man unterscheiden zwischen dem, was wir als Mindestbasis zum Überleben sozusagen brauchen - und das ist schon sehr sehr wenig - und den Abstiegsängsten, die für die bestehen, die sehr schnell in eine ganz andere Lebenssituation kommen als sie jetzt haben." Die Bundespräsidentenkandidatin der SPD wies die Kritik an ihren bisherigen Warnungen vor möglichen sozialen Spannungen zurück. Man sollte diese Gefahr, so Gesine Schwan, "nicht auf die leichte Schulter nehmen". Schwan wies auf wachsende Ängste innerhalb der deutschen Gesellschaft um den Verlust von Arbeitsplätzen hin. Sie verwies auf daraus resultierende, möglicherweise gefährliche Entwicklungen. Wörtlich sagte Schwan: "Und dann diese Frage der Anerkennung des Selbstwertgefühls, wenn die sich zusammentut mit Ungerechtigkeitsgefühl und Ausweglosigkeit und einer Wut, dass sie den Eindruck haben, sie löffeln das aus und die anderen retten sich." Die Kandidatin der SPD für das Bundespräsidentenamt verwahrte sich gegen den Vorwurf aus den Reihen der Union, sie betreibe mit der Krise Panikmache: "Demokratie ist nicht eklatant gefährdet, dass sie zusammenbräche. Aber Demokratie braucht mehr als Indifferenz und ist auch gefährdet, wenn Menschen unter der Hand für dieses System sich nicht mehr engagieren wollen, sondern ihm zynisch begegnen. Und das sehen wir immer stärker."

Quelle: SWR

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