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Spritverbrauch: Maas will gegen unrealistische Herstellerangaben vorgehen

Archivmeldung vom 15.01.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: olga meier-sander / pixelio.de
Bild: olga meier-sander / pixelio.de

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will gegen die zunehmend unrealistischen Hersteller-Angaben beim Spritverbrauch von Neuwagen vorgehen. "Wenn Herstellerangaben nicht die realen Verhältnisse abbilden, dann ist das nicht in Ordnung", sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Verbraucher müssten korrekt informiert werden. "Wir werden innerhalb der Bundesregierung darüber sprechen, wie wir hier zu Lösungen kommen."

Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), warf den Autoherstellen wegen ihrer offiziellen Verbrauchsangaben "Betrug" vor. Sie forderte, dass eine Bundesbehörde den von Autobauern angegebenen Spritverbrauch mit eigenen Untersuchungen nachprüft, wie dies in den USA bereits heute Praxis sei. "Die Falschangaben beim Spritverbrauch sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, weil die Autohersteller Strafzahlungen in Millionenhöhe entgehen wollen. Doch statt die Fahrzeuge sparsamer und leichter zu machen, wurde nur auf dem Papier der Spritverbrauch reduziert."

Nach einem neuen Bericht der Forschungsinstituts ICCT (International Council of Clean Transportation), über den die Funke-Zeitungen berichten, wird die Differenz zwischen den relativ niedrigen Verbrauchsangaben der Autohersteller und dem tatsächlichen, weit höheren Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr immer größer: Sie beträgt demnach bei 20 besonders beliebten Pkw-Modellen des Baujahrs 2014 in Europa im Durchschnitt knapp 40 Prozent. Wegen der verschärften Grenzwerte in der EU nutzten die Autohersteller zunehmend Schlupflöcher bei den Labortests, kritisierten die Forscher.

Höhn verwies darauf, dass es in den USA eine solche Lücke zwischen realen und offiziellen Sprit-Verbrauchswerten nicht gebe. Denn die dortige Umweltbehörde EPA messe die Herstellerangaben nach, einige Hersteller hätten bereits ordentliche Strafzahlungen wegen Falschangaben leisten müssen. "Eine solche Praxis brauchen wir auch in Deutschland, dass eine Bundesbehörde tatsächlich den Spritverbrauch mit eigenen Untersuchungen nachprüft", sagte Höhn. "Momentan ist es im Endeffekt so, dass das Kraftfahrzeugbundesamt nur den Stempel unter die Herstellerangaben zum Spritverbrauch macht. Die Behörde guckt mit dem Segen der Bundesregierung bei den Betrügereien der Autohersteller einfach weg."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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