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Kritik an Agrarminister und Tierwohl-Label

Archivmeldung vom 18.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Anton Hofreiter Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, on Flickr CC BY-SA 2.0
Anton Hofreiter Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, on Flickr CC BY-SA 2.0

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter hat Agrarminister Christian Schmidt (CSU) kritisiert. "Minister Schmidt verpasst eine Chance. Die Internationale Grüne Woche wäre der richtige Anlass, um die notwendige Agrarwende anzukündigen", sagte Hofreiter am Donnerstag, einen Tag vor dem Start der Landwirtschaftsschau in Berlin. Der Minister setze lieber auf ein "Weiter so, mit dem das Bauernhofsterben befördert, die Natur weiter zerstört und die Gesundheit von Mensch und Tier vernachlässigt" werde.

"Es ist nicht akzeptabel, dass Minister Schmidt den Glyphosat-Ausstieg ganz offensichtlich weiter aussitzen und das Tierleid bloß mit einem staatlichen Alibi-Labelchen überkleben will", so er Grünen-Politiker. Das Sondierungsergebnis von Union und SPD beweise, dass Schwarz-Rot ein grundlegendes Umsteuern verhindern wolle. "Dabei wäre eine echte Agrarwende dringend nötig, damit Artensterben, Hofaufgaben, Tierleid und nitratbelastetes Grundwasser endlich Vergangenheit sind", so Hofreiter weiter.

Auch Klaus Müller, der Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverband, kritisierte das geplante Label der Initiative Tierwohl (ITW). Das Label für unverarbeitetes Geflügelfleisch führe eher zu Verwirrung der Verbraucher, so Müller. "Jetzt soll zwischen unterschiedlichen Kennzeichnungsmethoden bei Geflügel- und Schweinefleisch unterschieden werden. Das ist für eine einfache Orientierung im Supermarkt für Verbraucher wenig hilfreich." Zudem sei der Standard der Initiative Tierwohl zu niedrig. "Mehr Tierwohl muss doch dazu führen, dass es den Tieren wirklich besser ergeht."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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