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Niedersachsens Kultusminister übt scharfe Kritik an Besuchermassen in Fußballstadien

Archivmeldung vom 01.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Grant Hendrik Tonne (2018)
Grant Hendrik Tonne (2018)

Foto: Foto-AG Melle
Lizenz: CC BY 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat sich empört darüber gezeigt, dass angesichts der steigenden Corona-Zahlen weiterhin Besuchermassen beim Fußball zugelassen sind.

"Die Bilder aus den Bundesligastadien muten aus der Zeit gefallen, deplatziert, nahezu grotesk an. Ich bin glühender Fußballfan, aber damit werden die komplett falschen Signale gesendet", sagte der SPD-Politiker im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) und kritisierte damit die eigene niedersächsische Corona-Verordnung, die aktuell noch halb volle Stadien mit maximal 25.000 Besuchern zulässt.

Der Minister machte gegenüber der NOZ zugleich deutlich, dass er momentan nicht daran denke, die Schulen in Niedersachsen erneut landesweit zu schließen. Ein genereller Wechsel ins Distanzlernen sei nicht vorgesehen. "Diese Art von de facto flächendeckenden Schulschließungen lehne ich klar und deutlich ab. Das hat bei vielen Kindern und Jugendlichen tiefe Spuren hinterlassen. Die Politik ist gut beraten, dazuzulernen und ihrer Aussage, dass jetzt die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen müssen, Taten folgen zu lassen. Schul- und Kita-Schließungen müssen unbedingt vermieden werden", stellte der Vater von vier schulpflichtigen Kindern klar.

Gleichzeitig rief der Schulminister vor allem die Erwachsenen zur Zurückhaltung auf, um die vierte Corona-Welle in den Griff zu bekommen. "Die Kinder und Jugendlichen, die Familien insgesamt, dürfen nicht erneut die Leidtragenden sein, daher müssen jetzt die Erwachsenen zurückstecken und sich diszipliniert verhalten. Das bedeutet: sich impfen lassen und die Füße still halten, was Kontakte und Aktivitäten anbelangt." Er selbst schränke seine privaten Aktivitäten bereits seit Längerem deutlich ein, und auch bei den außerschulischen Kontakten seiner Kinder seien er und seine Frau wieder strenger. "Das ist bedauerlich und macht keinen Spaß, aber die Lage ist ernst", erklärte Tonne im Gespräch mit der NOZ.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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