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Studie: 50 Prozent für Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen

Archivmeldung vom 09.03.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de
Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de

Jeder zweite Bundesbürger ist laut einer Studie dafür, auch Menschen in Deutschland Asyl zu gewähren, deren Fluchtgrund die "schlechte Wirtschaftssituation" in ihrem Herkunftsland ist. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Befragung des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), des Sozialforschungsinstituts infas und der "Zeit" im Rahmen der Vermächtnis-Studie.

Innerhalb der Gruppe der sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge differenzieren die Deutschen jedoch erheblich: Befürworten rund 55 Prozent die Aufnahme unter der Bedingung, dass die Asylbewerber eine abgeschlossene Berufs- oder Hochschulausbildung nachweisen können, sinkt die Aufnahmebereitschaft für Menschen ohne berufliche Qualifikation: 38 Prozent plädieren dafür, auch jenen Asyl zu gewähren, die keine entsprechende Vorbildung nachweisen können. Asylbewerber, deren Fluchtgrund ihre politische Verfolgung ist, sind in Deutschland über alle Parteigrenzen hinweg willkommen: 93 Prozent der rund 1.500 Befragten sind dafür, diesen Menschen in Deutschland Asyl zu gewähren.

Professor Ruud Koopmans, am WZB Direktor der Abteilung "Migration, Integration, Transnationalisierung", der die Befragung konzipierte, sagte der "Zeit", die Zustimmung zur Aufnahme politisch Verfolgter reiche "bis weit in das Lager der AfD- und Pegida-Anhänger". Der Bruch zwischen dieser Zustimmung und dem Erfolg rechter Parteien sei "nur dadurch zu erklären, dass ein enorm hohes Misstrauen gegenüber Menschen herrscht, die sich als politisch verfolgt ausgeben und es möglicherweise nicht sind". Wer nachweisen könne, "dass er um Leib und Leben fürchten muss, ist hier uneingeschränkt willkommen", so Koopmans.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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