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Ethikexperte fürchtet Vertrauensverlust durch Spahns Teststrategie

Archivmeldung vom 19.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Immer mehr Menschen hören auf Propagandamedien zu konsumieren (Symbolbild)
Immer mehr Menschen hören auf Propagandamedien zu konsumieren (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der frühere Vorsitzende des deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, hat vor einem "massiven Vertrauensverlust in der Bevölkerung gewarnt", sollte es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht gelingen, ausreichend Schnelltests für alle bereitzustellen. Die Menschen seien des Lockdowns müde, sagte Dabrock dem "Spiegel".

"Stehen nicht genug der versprochenen Selbsttests zur Verfügung, dann könnte dies das Fass zum Überlaufen bringen", sagte der Ethikexperte. An Spahn äußert Dabrock scharfe Kritik. "Was den Bundesgesundheitsminister angeht, so gab es schon häufiger Deckungslücken zwischen seinen Versprechen und ihrer Erfüllung", sagte Dabrock. "Ich kann noch keine Beschaffungsstrategie erkennen", sagt er mit Blick auf die neuen Schnelltests zur Selbstanwendung, deren Zulassung im März erwartet wird.

Dabei dränge das Thema seit Monaten. Würden genug Schnelltests klug eingesetzt, könnten sie sogar ein Baustein zur Erreichung von Herdenimmunität sein, argumentiert Dabrock, der bis zum vergangenen Frühjahr den Ethikrat führte. Spahn hat angekündigt, von März an kostenlose Schnelltests für alle Bürger zu ermöglichen. Die neuen Laientests zur Selbstanwendung sollen nach ihrer Zulassung für eine Eigenbeteiligung von einem Euro erhältlich sein. Auch aus der SPD kommt Kritik an Spahn. "Das Bundesgesundheitsministerium lässt es einfach laufen", sagt Bärbel Bas, Gesundheitspolitikerin der SPD-Fraktion. "Bis zum Wochenende war noch gar nicht geplant, Heimtests überhaupt in eine Strategie aufzunehmen." Sie warne davor, bei den Test "so knausrig zu sein wie beim Impfstoff".

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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