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Wagenknecht warnt Linke vor Existenz-Gefahr

Archivmeldung vom 01.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Sahra Wagenknecht (2017)
Sahra Wagenknecht (2017)

Bild: Nicole Teuber / Pressefoto

Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat im Lichte der jüngsten Wahlergebnisse und der Umfragen vor einer Existenz-Gefahr für die Linke gewarnt. "Unsere Partei braucht eine Debatte über ihre Strategie", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Denn das Europawahlergebnis von 5,5 Prozent sei "natürlich alarmierend" gewesen. "Uns sind vor allem die Wähler abhandengekommen, für die wir am meisten da sein müssten: die abstiegsbedrohte Mittelschicht, die Ärmeren, Arbeiter, Menschen in schlecht bezahlten Jobs. Sie sind großenteils auch nicht zu den Grünen, sondern ins Nichtwählerlager oder zu kleinen Parteien abgewandert." Dass diese Wähler nicht bei der SPD gelandet seien, mache "unsere Verluste umso dramatischer", fügte Wagenknecht hinzu.

"Wenn die SPD jetzt eine glaubwürdige Führung hätte, die wieder für echte sozialdemokratische Politik stünde, wäre das eine andere Situation. Aber dass wir gemeinsam mit der SPD abstürzen, bedeutet, dass ein Teil der früheren sozialdemokratischen Wähler sich heute von keiner Partei mehr vertreten sieht. Ich hoffe ja, dass die SPD jetzt die Kraft zu einer Kurskorrektur findet. Doch dann müssen wir uns auch fangen. Sonst wird es für die Linke existenzbedrohend." Die Linken-Politikerin, die im März ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärte, sagte dem RND weiter: "Diejenigen mit Abstiegsängsten, die immer mehr kämpfen müssen, um ihren Wohlstand zu halten, wählen heute teilweise AfD, der größere Teil geht gar nicht mehr zur Wahl. Das sind die Menschen, deren Vertrauen wir zurückgewinnen müssen. Aber dafür müssen wir ihre Sprache sprechen, ihre Kultur und Lebensweise wertschätzen." Außerdem gelte es, die wirtschaftlichen Machtverhältnisse infrage zu stellen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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