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Kauder warnt Länder vor Vermittlungsverfahren bei Ökostromreform

Archivmeldung vom 30.05.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Volker Kauder Bild: Laurence Chaperon - volker-kauder.de
Volker Kauder Bild: Laurence Chaperon - volker-kauder.de

Im Ringen um die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) die Länder vor Egoismus gewarnt. "Die Länder sollten den Blick wirklich einmal auf das Ganze werfen", sagte er der "Welt". "Über die 130 Änderungsanträge, die meist aus SPD-regierten Ländern stammen, wundere ich mich schon." Schließlich hätten sich Bund und Länder bereits auf eine EEG-Reform verständigt, "und wir hatten das alle als Sternstunde des Föderalismus empfunden".

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) habe ein Interesse daran, dass diese Vereinbarungen umgesetzt würden. Daher sei er zuversichtlich, dass er "vor allem seine Länder einfangen kann und alles zu einem guten Ergebnis kommt". Es gäbe die Zusage der Länder, dass es bei der Reform des EEG zu keinem Vermittlungsverfahren kommt. Ein solches Verfahren würde "Zeitverzug und noch höhere Preise für die Verbraucher" bedeuten, warnte Kauder. "Bund und Länder müssen sich vorher einigen."

Rheinland-Pfalz warnt Bundesregierung vor Nichtbeachtung der Länder beim EEG

In scharfer Form hat die stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne), die Bundesregierung davor gewarnt, die Änderungsforderungen der Bundesländer bei der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht zu berücksichtigen. "Es wäre hochgefährlich, es würde das Bund-Länder-Verhältnis sehr stark eintrüben und den Grundregeln der Demokratie schaden, wenn die Bundesregierung sich über die Länder-Position hinwegsetzte", sagte Lemke der "Welt". Lemke verteidigte dabei, dass die von SPD und Grünen regierten Länder in der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag zahlreiche Änderungswünsche zu dem von Gabriel und den Ministerpräsidenten bereits ausgehandelten Kompromiss beschlossen hatten. "Die Länder haben sich im Bundesrat den Kompromiss zur EEG-Reform noch einmal sehr genau angesehen und dabei zahlreiche Schwachstellen gefunden, an denen Nachbesserungen erforderlich sind", sagte Lemke. Zu einer solchen Prüfung seien die Länder "verpflichtet". Deshalb sei sie "nun sehr gespannt, wie die Bundesregierung mit der Stellungnahme des Bundesrates umgeht". Ihre Aufforderung an die Bundesregierung zur Berücksichtigung der Länder-Interessen verknüpfte Lemke mit dem Hinweis auf die Möglichkeit eines Vermittlungsverfahrens, das die Länder allerdings vermeiden wollten. "Auch wir wollen kein Vermittlungsverfahren", sagte Lemke. "Denn die Zeit drängt, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt und die Energieversorgung." Gerade deshalb aber müsse es "möglich sein, innerhalb der nächsten Woche bis zur Abstimmung im Bundestag Ende Juni zu substanziellen Änderungen zu kommen". Zu den inhaltlichen Forderungen der Länder gehört laut Lemke "insbesondere, dass Investitionen der Unternehmen und der Bürger zur Energieeffizienz und zur Einsparung nicht bestraft, sondern belohnt werden". Genauso wichtig sei eine angemessene Förderung der "Eigenstromerzeugung durch erneuerbare Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung in der Industrie, im Handel und bei den Bürgern". Nur mit solcher dezentraler Eigenstromerzeugung lasse sich "garantieren und dafür sorgen, dass nicht noch mehr große Stromtrassen quer durchs ganze Land für viel Geld gebaut werden müssen".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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