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SPD-Generalsekretär rechtfertigt Wende an der Parteispitze: "Andrea Nahles ist das neue Zentrum"

Archivmeldung vom 15.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Lars Klingbeil Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, on Flickr CC BY-SA 2.0
Lars Klingbeil Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, on Flickr CC BY-SA 2.0

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gibt Aufschluss über die Hintergründe des Wechseltheaters in der Parteiführung und verteidigt die Entscheidung für Andrea Nahles als künftige Vorsitzende. "Die SPD braucht ein starkes Zentrum - jemanden, der den Weg klar definiert", sagte er im Interview von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. "Wenn Martin Schulz Vorsitzender geblieben wäre, ohne in die Regierung zu gehen, dann hätten wir außerdem Andrea Nahles als Fraktionsvorsitzende gehabt, einen Vizekanzler und starke Ministerpräsidenten - also eine Konstellation mit vielen Machtzentren." Die Parteiführung sei sich einig gewesen, "dass wir eine Bündelung brauchen", so Klingbeil. "Andrea Nahles wird das starke Zentrum der SPD sein."

Martin Schulz habe Außenminister werden wollen, "weil er ein Europa-Kapitel im Koalitionsvertrag verhandelt hat, das er als leidenschaftlicher Europäer in die Praxis umsetzen wollte". Doch habe die Führung danach sehr viel Skepsis aus der Partei erlebt. Das habe Schulz aufgenommen und seine Konsequenzen daraus gezogen. Man habe nach seinem Rücktritt "sehr zügig die Handlungsfähigkeit wiederhergestellt". Zudem geht Klingbeil von einer Mehrheit beim Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag aus. "Daher ist meine Prognose, dass wir nun mehr Stabilität bekommen", sagte er.

Die Forderung von Teilen der Partei nach einer Urwahl des oder der künftigen Vorsitzenden wies der Generalsekretär zurück. "Wir werden bis zum Bundesparteitag im Dezember prüfen, ob wir so was in Zukunft machen wollen", sagte er. Dass es auf dem Sonderparteitag am 22. April auch andere Kandidaturen als die von Andrea Nahles geben werde, "zeigt doch, dass der Prozess völlig demokratisch ist".

Quelle: Stuttgarter Zeitung (ots)

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