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Zeitung: Spaltung der AfD wird immer wahrscheinlicher

Archivmeldung vom 18.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
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Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Im Richtungsstreit der AfD wird eine Spaltung der Partei offenbar immer wahrscheinlicher: Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke habe in Geheimverhandlungen mit Verbündeten in der vergangenen Woche die Gründung einer Interessengemeinschaft beschlossen, die den Namen "Weckruf 2015" tragen soll, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Wie die Zeitung erfuhr, plant Lucke statt einer ursprünglich geplanten Erklärung während einer Pressekonferenz in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten in Straßburg eine entsprechende Erklärung abzugeben. In die Gemeinschaft, die der Rechtsform nach als Verein gegründet wurde, wollen neben Lucke etliche Europaabgeordnete, Landesvorsitzende und andere Spitzenfunktionäre aus dem gemäßigten Lager der AfD eintreten.

Die Gründer erwarten zudem den Beitritt von mehreren Tausend AfD-Mitgliedern, die damit ein Zeichen gegen rechtsideologische Tendenzen in ihrer Partei setzen sollen. Sollte der gemäßigte Parteiflügel bei den Bundesvorstandswahlen im Juni und in weiteren Richtungsstreitigkeiten innerhalb der Partei gegen den nationalkonservativen Flügel unterliegen, stellt Lucke nach Informationen der Zeitung einen Parteiaustritt von sich und allen im Verein organisierten Funktionären in Aussicht. Verbunden werden würde dieser Schritt mit der Aufforderung zum Parteiaustritt an alle übrigen Mitglieder des Vereins "Weckruf 2015" und der Option auf die Gründung einer neuen Partei, die dann bei kommenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gegen die AfD antreten könnte.

Der Verein "Weckruf 2015" verfügt für diesen Fall über Zusagen von Unterstützern für Kredite und Spenden, mit denen ein Wahlkampf finanziert werden könnte. Zu den Gründern des Vereins gehören neben Lucke auch der kürzlich aus dem AfD-Bundesvorstand zurückgetretene Hans-Olaf Henkel sowie die Landesvorsitzenden von Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, Ulrike Trebesius und Bernd Kölmel. Sie alle machen ihr weiteres Engagement für die AfD nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch von der Frage abhängig, ob weite Teile des gemäßigten Lagers ihre Unterstützung für den neuen Verein durch einen Beitritt zum Ausdruck bringen.

Um eine Unterwanderung durch rechtsideologische AfD-Mitglieder zu verhindern, will der Vereinsvorstand von seinem Recht Gebrauch machen, Mitgliedsanträge abzulehnen. Möglicherweise sollen Antragsteller für eine Probephase zunächst nur als Fördermitglieder aufgenommen werden.

Streit in AfD-Führung: Lucke weist Petry-Kritik zurück

Bernd Lucke, einer von drei Sprechern im Bundesvorstand der Alternative für Deutschland (AfD), weist die scharfe Kritik der Ko-Vorsitzenden Frauke Petry zurück: "Frauke Petry wird lernen müssen, dass sie mich nicht gleichzeitig angreifen und zu vertrauensvoller Zusammenarbeit auffordern kann", sagte Lucke im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die dem rechtskonservativen Parteilager zugeordnete Petry hatte Lucke, Repräsentant des wirtschaftsliberalen Flügels der AfD, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vorgeworfen, sich in eine "politische Sackgasse manövriert" zu haben. Niemand sei unersetzlich, sagte sie mit Blick auf einen möglichen Parteiaustritt Luckes der "Süddeutschen Zeitung".

Die AfD wird derzeit von einer schweren Führungskrise erschüttert. An diesem Dienstag will Lucke, der als Zugpferd der Partei gilt, in Straßburg Bedingungen für seinen Verbleib in der Partei bekannt machen. Ein Bundesparteitag soll im Juni über die neue AfD-Führungsspitze entscheiden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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