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RWE-Chef für schnelle Reaktivierung von Kohlekraftwerken

Archivmeldung vom 20.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
RWE hat defakto das Strommonopol in Deutschland: Somit sind Monpol-Höchstpreise garantiert zzgl. EEG, CO2 und sonstigen Steuern (Symbolbild)
RWE hat defakto das Strommonopol in Deutschland: Somit sind Monpol-Höchstpreise garantiert zzgl. EEG, CO2 und sonstigen Steuern (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

RWE-Chef Markus Krebber spricht sich für eine zeitweise Reaktivierung von Kohlekraftwerken aus, um knappes und teures Erdgas zu sparen. "Im Stromsektor sollten so schnell wie möglich zusätzlich aktivierbare Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerken laufen", sagte Krebber der "Süddeutschen Zeitung".

Es bestehe nun überall der Anreiz, den Gasverbrauch zu reduzieren. "Das gilt in der Industrie und bei den Haushalten", so Krebber. "Überall, wo man auf andere Energieträger umstellen kann, sollte das erfolgen." Die jüngste Drosselung von Gaslieferungen aus Russland betrachtet der Manager mit Sorge. "Die Lage spitzt sich derzeit weiter zu", so Krebber.

Erstmals würden Abnehmer russischen Gases in der Breite nicht mehr vollständig beliefert. "Auch wir bekommen deutlich weniger als die vereinbarten Mengen", sagte der RWE-Chef. Der Konzern, der Gas- und Kohlekraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden betreibt, müsse den Brennstoff nun "zu deutlich höheren und weiter steigenden Preisen kaufen", um Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Krebber erwartet, dass Strom und Gas infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine noch jahrelang teuer bleiben dürften. "Es wird vermutlich drei bis fünf Jahre dauern", so der Manager.

"Denn es braucht Zeit, bis neue Kapazitäten geschaffen sind und andere Staaten zusätzliche Energie liefern können." Ein Weiterbetrieb der letzten Atomkraftwerke in Deutschland über Ende 2022 hinaus schließt Krebber aus. "Die Entscheidung hätte deutlich früher getroffen werden müssen", so der RWE-Chef. "Jetzt halte ich die Debatte nicht mehr für sinnvoll." Die Hürden wären sehr hoch und der Beitrag zur Gaseinsparung gering. RWE betreibt noch ein letztes Kernkraftwerk in Lingen im Emsland. Den Kohleausstieg in Deutschland auf 2030 vorzuziehen, hält Krebber für machbar unter der Bedingung, dass Netze, erneuerbare Energien und sogenannte Back-up-Kraftwerke für Phasen mit wenig Wind und Sonne schneller ausgebaut werden. Der Manager hält gleichwohl daran fest, dass RWE den alten Ort Lützerath im Rheinland im kommenden Jahr abbaggern will, um den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II zu erweitern. "Der planmäßige Tagebaufortschritt ist wichtig, vor allem, wenn wir uns auf Szenarien vorbereiten, in denen Gas gespart werden soll."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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