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Bundeswehrverband: Fehlerhaftes Sturmgewehr nachrüsten oder ersetzen

Archivmeldung vom 01.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Deutsche Soldaten mit dem Sturmgewehr G36 in Bosnien
Deutsche Soldaten mit dem Sturmgewehr G36 in Bosnien

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Bundeswehrverband geht davon aus, dass das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr nachgebessert oder ersetzt werden muss. Der Vize-Vorsitzende des Verbandes, Jürgen Görlich, sagte der "Frankfurter Rundschau", zunächst sei es denkbar, dass das G36 durch das Vorgängermodell G3 ersetzt werde. "Mittel- und langfristig wird man eine andere Lösung finden müssen: Entweder justiert Heckler & Koch nach, oder wir müssen eine neue Waffe ordern."

Heckler & Koch ist die Herstellerfirma des Sturmgewehres, bei dem das Verteidigungsministerium schwere Materialfehler festgestellt hatte, die die Treffsicherheit beeinträchtigen. Die Probleme sollen dem Ministerium zufolge vor allem bei großer Hitze auftreten.

Görlich sagte, es habe immer wieder Rückmeldungen von Soldaten gegeben, "dass ihr Trefferbild in gewissen Situationen nicht in Ordnung ist". Schief gegangen sei deswegen allerdings in den Einsätzen bislang nichts. "Die Soldaten konnten sich bisher auf ihr Gewehr verlassen. Die meisten sind sehr geübt an ihrer Waffe, kennen also auch ihre Macken", sagte Görlich.

Reservistenverband warnt vor Schnellschüssen beim Sturmgewehr G36

Der Präsident des Reservistenverbands, Roderich Kiesewetter, hat nach Bekanntwerden von Präzisionsproblemen des Sturmgewehrs G36 vor übereilten Schritten gewarnt. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mahnte er: "Keine Schnellschüsse". Zunächst müsse der Abschlussbericht der Expertenkommission abgewartet werden, die im Auftrag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Standardgewehr der Bundeswehr überprüft. Mit Blick auf die mögliche Beschaffung eines neuen Standardgewehrs sagte er: "Man muss prüfen, inwieweit das G36 anpassungsfähig ist." Das solle zunächst sorgfältig untersucht werden, "bevor wir Steuergelder verschwenden". Zugleich forderte Kiesewetter, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist, mögliche Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller Heckler und Koch zu prüfen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur / Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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