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Fischer-Biograf Schmidt über den Ex-Außenminister: Er wollte nur eines - Macht über Menschen

Archivmeldung vom 10.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Joschka Fischer Bild: Andrzej Barabasz
Joschka Fischer Bild: Andrzej Barabasz

Kurz vor dem 65. Geburtstag von Joschka Fischer am 11. April hat der »Stern« die Geschichte einer Molotow-Cocktail-Attacke vom 10. Mai 1976 in Frankfurt am Main neu aufgerollt, bei der ein Polizeibeamter beinahe sein Leben verlor. Für Fischer-Biograf Christian Y. Schmidt enthielt der Beitrag durchaus Neuigkeiten von Brisanz, wie er in einem Interview mit der Tageszeitung "neues deutschland" (Donnerstagausgabe) bebekundet. Es gäbe nunmher zwei Zeugen, die bestätigen, dass Fischer am Vorabend jener Demonstration sich für den Einsatz von Molotow-Cocktails stark gemacht habe. Das jedoch hat der ehemalige Außenminister und Grünen-Spitzenpolitiker stets bestritten. "Dass sich Fischer nicht erinnern kann, glaube ich ihm nicht", sagt Schmidt. "Der Abend, die darauf folgende Demo und schließlich seine Festnahme: Das waren die wichtigsten Tage in seinem Leben."

Für den ehemaligen Redakteur der Satire-Zeitschrift "Titanic", der 1998 eine Fischer-Biografie unter dem Titel "Wir sind die Wahnsinnigen" veröffentlicht hat, ist der eigentliche Skandal jedoch nicht die Vergangenheit des Ex-Bundesministers, sondern dessen eigener Umgang mit dieser. Es gehe jetzt darum, "ob Fischer mit seiner teilweise erfundenen Biografie durchkommt oder ob sich diese Biografie der historischen Wahrheit annähert". Schmidt übt auch Kritik an den deutschen Medien, denen es seiner Meinung nach großteils an Aufklärungswille fehle. Über die einstige Ikone der Grünen urteilt Christian Y. Schmidt: "Fischer ist kein Verräter. Für Fischer gab es immer nur Fischer. Und der wollte vor allem eines: Macht über Menschen."

Quelle: neues deutschland (ots)

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