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Kretschmann: Merkel und Schulz zwei seriöse Kanzlerkandidaten

Archivmeldung vom 29.07.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.07.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Winfried Kretschmann (2016)
Winfried Kretschmann (2016)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Trotz der mäßigen Umfragewerte für die Grünen im Bund hält Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein zweistelliges Ergebnis bei der Bundestagswahl im September für realistisch. "Wir haben ein gutes, klares Programm, und ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass wir zweistellig werden", sagte Kretschmann in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Er räumte ein: "Wahr ist, dass wir bundesweit im Moment in den Umfragen noch unter unseren Erwartungen liegen. Aber der Wahlkampf fängt gerade erst an, und wer hinten liegt, kann leichter aufholen." Der Regierungschef, der im Südwesten mit der CDU regiert, zeigte sich sowohl für ein Bündnis mit der Union als auch mit der SPD aufgeschlossen. "Wir haben mit Frau Merkel und Herrn Schulz zwei seriöse Kanzlerkandidaten", sagte er in dem Interview. "Mit beiden könnten wir eine Koalition eingehen." Seine Partei hält er dafür grundsätzlich offen: "Wenn die Inhalte stimmen, zeigen wir Grünen ein großes Maß an Flexibilität. Das sehen Sie auch an der Tatsache, dass die Grünen heute in zehn Bundesländern in sieben verschiedenen Formationen regieren."

Kretschmann machte deutlich, dass er die Zukunft der Grünen nicht in einem Geist der Verbotskultur sieht: "Nachhaltigkeit und Digitalisierung – das sind die beiden Megatrends, von denen unsere Zukunft abhängt", sagte er. "Und hier geht es keinesfalls um Verbotsrhetorik, sondern um moderne, nachhaltige Technologien. Das ist heute grün."

Der Bundesregierung unter Führung Angela Merkels warf Kretschmann eine schlechte Bilanz bei der Entwicklung der E-Mobilität vor: "Die Kanzlerin hat eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 angekündigt, aber wir haben bis heute nur 35.000 – gegenüber 45 Millionen Verbrennern. Das war also ein Schlag ins Wasser." Bislang sei das Elektroauto "ein Nischenprodukt" – trotz der Prämie.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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