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Prominente Kölner verurteilen Erdogan-Besuch in Köln - Wahrung von Bürgerrechten gefordert

Archivmeldung vom 29.09.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.09.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Alice Schwarzer (2016)
Alice Schwarzer (2016)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Prominente Bürger der Stadt Köln wenden sich im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe) mit kritischen Botschaften an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der an diesem Samstag die Stadt besucht und die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib im Stadtteil Ehrenfeld eröffnet. "Ihr Besuch gibt Gelegenheit, die Partnerschaft wiederzubeleben, jedenfalls einen Anfang zu machen", schreibt der frühere Bundesinnenminister und Menschenrechtsaktivist Gerhart Baum (FDP).

"Das wird nur funktionieren, wenn Sie den ruinösen Weg eines autoritären Regimes verlassen. Ihren Worten müssen Taten folgen. Lassen Sie in einem ersten Schritt die politischen Gefangenen frei und gewähren Sie Meinungsfreiheit." Ähnlich äußerte sich der Publizist Günter Wallraff. Die Freilassung der inhaftierten Journalisten und aller Deutscher sei die Mindestvoraussetzung für finanzielle Hilfen Deutschlands an die Türkei. "Wer wie Sie alle Probleme in der Türkei mit staatlicher Gewalt aus der Welt schaffen will, der endet in der Diktatur. Die Türkei befindet sich auf dem schlimmsten Wege dorthin", so der Schriftsteller. Die freiheitsliebenden Deutsch-Türken hierzulande seien bedrückt über Erdogans Besuch, konstatiert die Publizistin Alice Schwarzer.

Über Erdogans "antiemanzipatorische, antidemokratische repressive Politik können wir uns keine Illusionen machen, so die Herausgeberin der feministischen Zeitschrift "Emma". Schwarzer nennt die "Mega-Moschee" in Köln "eine gewaltige Propaganda-Zentrale für Ihre anti-demokratische Politik". Der Moderator Jürgen Domian sprach von Erdogans Besuch als einer Provokation. "Meine türkischstämmigen und muslimischen Freunde und ich heißen Sie in Köln nicht willkommen." Erdogan solle zunächst "sein Land in Ordnung bringen" und Repräsentanten des deutschen Staates nicht "als Nazis beschimpfen". "Dann können Sie gern wiederkommen."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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