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Zu wenige Tode: NRW-Bestatter kritisieren Landesregierung wegen fehlender Hilfen

Archivmeldung vom 22.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bitten, Betteln, Verlangen (Symbolbild)
Bitten, Betteln, Verlangen (Symbolbild)

Bild: Petra Bork / pixelio.de

Die nordrhein-westfälischen Bestatter kritisieren die schwarz-gelbe Landesregierung scharf. "Wir bekommen keinerlei Unterstützung durch das Land. Seit zehn Monaten kämpfen wir darum, dass unsere Branche als systemrelevant anerkannt wird, aber es ist nichts passiert. Die Landesregierung hat da völlig versagt", sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes NRW, Frank Wesemann, der "Rheinischen Post".

Zudem seien die Corona-Beschlüsse mitunter zu langsam umgesetzt worden: "Wenn die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten sich dienstags treffen und sich auf neue Regeln einigen, die neue Corona-Schutzverordnung des Landes aber erst am Freitag kommt und dann ab Montag gilt, ist das nicht nachzuvollziehen. Das könnte anders gehen", so Wesemann.

Der Verbandschef glaubt zwar vorerst noch nicht an sinkende Zahlen bei den Todesopfern, sieht aber keinen Grund zur Panik: "Was die reinen Zahlen angeht, muss man das auch in Relation zu anderen Jahren setzen. Während der Grippewelle 2017/2018 hatten wir 25.000 zusätzliche Todesopfer innerhalb von drei Monaten." Die Bestatter in NRW wollen so schnell wie möglich gegen Covid-19 geimpft werden. "Es ist selbstverständlich, dass alte Menschen und das medizinische Fachpersonal als Erste geimpft werden. Aber danach sollten auch baldmöglichst unsere Mitarbeiter dran sein. Wir fordern, dass wir bei der Priorisierung berücksichtigt werden", sagte der Vors itzende des Bestatterverbandes NRW. Die Gefährdung sei erheblich. "Wir können im Einzelfall nicht einmal sicher abschätzen, ob ein Verstorbener an Covid-19 erkrankt war. Das Ansteckungsrisiko aber besteht auch nach dem Tod", so Wesemann. Auch die Bestatter arbeiteten an der Belastungsgrenze.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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