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Bundesregierung ohne Frauenquote

Archivmeldung vom 15.01.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bundeskabinett: Aktuelle Bundesregierung im Deutschen Bundestag, 2014
Bundeskabinett: Aktuelle Bundesregierung im Deutschen Bundestag, 2014

Foto: Tobias Koch
Lizenz: CC-BY-SA-3.0-de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

In den Bundesministerien der Großen Koalition nehmen zumeist Männer die Führungspositionen ein. Unter den 28 beamteten Staatssekretären sind gerade einmal fünf Frauen. Das entspricht einem Anteil von 18 Prozent. Auf der Ebene der Abteilungsleiter liegt der Frauenanteil bei 23 Prozent. Das räumte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Cornelia Möhring ein, der frauenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion. Möhring sagte dem stern: "Wenn die Bundesregierung mit diesen beachtlichen Hochburgen des Patriarchates ihre eigene Gleichstellungsarbeit als vorbildlich bezeichnet, muss man sich nicht wundern, wenn der Frauenanteil in den Unternehmensvorständen nur 5,9 Prozent erreicht."

Für Aufsichtsräte von großen, börsennotierten Unternehmen gilt seit Januar dieses Jahres eine Frauenquote von 30 Prozent. Die Zahlen für die Ministerien beziehen sich auf den Stichtag 30. Dezember 2014. Jüngeres Zahlenmaterial hat die Bundesregierung nicht.

Besonders hoch ist der Frauenanteil demnach im von Manuela Schwesig (SPD) geführten Familienministerium. Auch das Justiz-, Entwicklungs-, Umwelt- und Gesundheitsministerium erreichen auf Abteilungsleiterebene einen Schnitt von über 30 Prozent. Damit jedoch bilden sie eine Ausnahme. Das Finanzministerium hat keine Staatssekretärin und nur zehn Prozent der Abteilungsleiter sind weiblich. Das Landwirtschaftsministerium hatte zum Stichtag 31. Dezember 2014 sogar keine einzige Abteilungsleiterin. Astrid Hollmann, stellvertretende Bundesvorsitzende des Beamtenbunds (dbb), erklärte die Ungleichheit im Gespräch mit dem stern auch damit, dass Frauen, die wegen der Familie in Teilzeit wechseln, mit ihrer Karriere oft nicht mehr recht vorankämen. "Außerdem sind Männer bei Bewerbungen für Stellen oft selbstsicherer. Frauen sind generell selbstkritischer und stellen ihre Qualifikation für hohe Positionen eher infrage."

In einer Stellungnahme schrieb das Bundesfamilienministerium, das gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium für die Quotenregelung in der Wirtschaft verantwortlich ist: "Die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland ist leider noch nicht Wirklichkeit geworden. Es sind nach wie vor nur wenige Frauen in Führungspositionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vertreten." Die Politik solle mit gutem Beispiel voran gehen. Im Sommer 2016 will die Regierung einen Gleichstellungsindex veröffentlichen.

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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