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Wahltrend: AfD nicht mehr zweistellig, auch Union und SPD verlieren

Archivmeldung vom 17.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Nach den Äußerungen Horst Seehofers zur "Herrschaft des Unrechts" und dem Gezerre um Details in der Asylpolitik verlieren sowohl Union als auch SPD an Zustimmung. Im stern-RTL-Wahltrend büßen CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ein und kommen nun mit 35 Prozent auf ihren niedrigsten Wert in diesem Jahr. Auch die SPD verliert einen Punkt auf jetzt 23 Prozent. Grüne, Linke und FDP dagegen können sich um jeweils einen Punkt verbessern: die Grünen auf 11 Prozent, die Linke auf 10 Prozent und die FDP auf 6 Prozent. Die AfD rutscht ab auf 9 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 35 Prozent.

"Vom Sympathierückgang für die Parteien der Großen Koalition profitiert nicht die AfD", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner, "weil sie bereits alle, die für rechtsradikales Gedankengut anfällig sind, aufgesaugt hat - darunter auch die meisten Anhänger der rechtsextremen NPD, die vor dem bald beginnenden Verbotsverfahren offenbar eine neue Heimat gefunden haben."

Bei der Kanzlerpräferenz macht Angela Merkel einen weiteren Punkt gut und liegt mit 45 Prozent aktuell 31 Prozentpunkte vor Sigmar Gabriel. Den SPD-Chef wünschen sich nur noch 14 Prozent aller Befragten als Kanzler, zwei Punkte weniger als in der Vorwoche.

In einer weiteren Umfrage ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag des stern, wie es um die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem demokratischen System steht. In den vergangenen Jahren lag der Anteil derer, die mit diesem in der Verfassung festgelegten System zufrieden sind, stabil bei jeweils rund drei Viertel. Auch wenn dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr um vier Punkte zurückgeht, ist immer noch eine große Mehrheit von 71 Prozent damit zufrieden. 28 Prozent - etwas mehr als in den vergangenen Jahren - sind mit dem politischen System unzufrieden, von den Anhängern der AfD sogar eine Mehrheit von 61 Prozent.

Dass in Deutschland wirklich das Volk etwas zu sagen hat, glauben derzeit 29 Prozent der Befragten. Eine Mehrheit von 69 Prozent ist allerdings der Auffassung, dass auf die Interessen des Volkes kaum noch Rücksicht genommen wird. 60 Prozent der Bundesbürger meinen, dass sie die Politik mit ihren Wahlentscheidungen zumindest etwas mitbestimmen können. 38 Prozent dagegen glauben, mit ihrer Wahlentscheidung kaum etwas ausrichten zu können.

Datenbasis Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 8. bis 12. Februar 2016 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Datenbasis Demokratie-Umfrage: Das Forsa-Institut befragte am 18. und 19. Januar 2016 im Auftrag des Magazins stern 1011 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. An 100 Prozent fehlende Angaben: weiß nicht. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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