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Sahra Wagenknecht: "Politik ist eine Schlangengrube"

Archivmeldung vom 20.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Sahra Wagenknecht (2016)
Sahra Wagenknecht (2016)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Die Chefin der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, hat zum ersten Mal eingeräumt, dass es auch die tiefen Verletzungen waren, die ihr von ihren partei-internen Widersachern zugefügt wurden, die letztlich zu ihrem Rückzug von der Fraktionsspitze beigetragen haben.

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Hamburger Magazins stern, das am Donnerstag erscheint, sagt Wagenknecht auf die Frage, was sie besonders verletzt habe: "Wenn man mich in die Nazi-Ecke stellt, meine Auffassungen als nationalistisch oder gar rassistisch diffamiert. So etwas ist einfach niederträchtig." Im stern spricht Wagenknecht davon, wie lange sie dagegen angekämpft habe. "Man versucht, der Außenwelt weiszumachen, dass man einen Panzer hat. Es soll ja niemand wissen, wo und wie sehr man verletzbar ist. Aber tatsächlich perlen Angriffe und Diffamierungen nicht so einfach ab." Wagenknecht hatte Anfang vergangener Woche ihren Rückzug vom Fraktionsvorsitz mit dem Verweis darauf bekannt gegeben, sich "ausgebrannt" zu fühlen.

Im stern-Gespräch sagt die Linken-Politikerin: "Politik ist schon eine Schlangengrube. Echte Freundschaften können in diesem Klima nicht entstehen." Sie sei froh darüber, in Zukunft die Auseinandersetzungen, die sie in der Vergangenheit geführt habe, nicht mehr führen zu müssen. "Insoweit fühle ich mich wirklich befreit."

Im stern appelliert Wagenknecht auch an die Linke, sich zu entscheiden, welche Partei man in Zukunft sein wolle. "Es gibt zwei Konzepte linker Politik. Entweder man konzentriert sich auf die akademisch geprägten großstädtischen Milieus - den Weg ist die Parteiführung in den letzten Jahren gegangen. Oder man bemüht sich um die abstiegsbedrohte Mittelschicht und die Ärmeren." Wagenknecht weiter: "Eine Linke, die von den Menschen, denen der Raubtierkapitalismus am übelsten mitspielt, nicht mehr gewählt wird, hat ihre Seele verloren."

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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