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SPD-Generalsekretär kritisiert Diskussion um mögliche Lockerungen

Archivmeldung vom 26.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Lars Klingbeil (2018)
Lars Klingbeil (2018)

Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, Link

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Diskussion um mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen als vorschnell kritisiert. "Manche Länderchefs erwecken den Eindruck, wir seien über den Berg und hätten das Coronavirus besiegt und alles sei gut", sagte Klingbeil am Dienstag der RTL-Sendung "Punkt 12".

Er halte das für eine "sehr gefährliche Kommunikation". Alle müssten sich an Regeln halten, Abstand halten, "dabei sollte es bleiben". Klingbeil äußerte zwar Verständnis, er erklärte aber auch, es sei für alle eine anstrengende Situation, die versuchen, den Zusammenhalt zu organisieren. "Wir müssen uns weiter anstrengen als Gesellschaft." Es mache keinen Sinn, dass die Länder sich überböten.

"Am Ende tragen wir alle eine Verantwortung – auch dafür, dass die Menschen in diesem Land gesund bleiben." Man dürfe dem Druck nicht nachgeben. "Wir erleben ja, dass ganz viele Verschwörungstheorien um sich greifen, viele demonstrieren und so tun, als ob Corona überhaupt nicht gefährlich sei." Da erwarte er, dass die Politik dem etwas entgegensetze. Man müsse verhindern, dass eine zweite Erkrankungswelle entstehe und es deswegen darum gehe, eine richtige Balance zu finden. Mit Blick auf die Öffnung von Schulen und Kitas sagte Klingbeil: "Wir brauchen für die Schulen Standards, wie man wieder zusammenkommt, auch für die Lehrer, wie sie in diesen Zeiten unterrichten können."

Für den Kita-Bereich müsse man Nachbarschaftsnetzwerke zulassen, "wo sich drei, vier Familien treffen, wo man im Austausch ist, wo die Kinder jemanden haben zum Spielen". Klingbeil verteidigte die Familienpolitik in der Coronakrise. "Es ist manchmal der Eindruck erweckt worden, die Kinder seien vergessen worden in den letzten Wochen, und das halte ich für falsch."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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