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FDP-Politiker Baum verteidigt Merkels Flüchtlingspolitik

Archivmeldung vom 19.02.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.02.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gerhart Rudolf Baum Bild: Gerhart Rudolf Baum
Gerhart Rudolf Baum Bild: Gerhart Rudolf Baum

Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen den Vorwurf eines Verfassungsbruchs verteidigt und CSU-Chef Horst Seehofer für dessen entsprechende Äußerungen scharf kritisiert. Man stehe heute "fassungslos vor der Situation, dass der Vorsitzende einer Partei, die an der großen Koalition beteiligt ist, die Politik der eigenen Regierung als Verfassungsbruch bewertet", schreibt Baum in einem Beitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger". Das sei nicht nur rechtlich falsch.

"Es ist katastrophal für die Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit der Regierung. Ich wüsste nicht zu sagen, wie sie so eine Situation auf Dauer überstehen sollte." Der liberale Politiker, der in der Koalition von SPD und FDP unter Bundeskanzler Helmut Schmidt von 1978 bis 1982 an der Spitze des Innenministeriums stand, warnte dringend davor, einem Rechtsgutachten des Bonner Professors Udo Di Fabio für die CSU zu folgen, wonach die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gegen das Grundgesetz verstößt, "eine höchst umstrittene Einzelmeinung". In Wahrheit, so der heute 83 Jahre alte Baum, gebe es weder einen Anhaltspunkt für massive Rechtsverstöße der Regierung Merkel noch ein Rechts- oder Staatsversagen. Baum sprach von einer "gespenstischen Debatte" angesichts der Tatsache, dass immer noch Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertränken oder in Syrien russischen Bomben zum Opfer fielen. Demgegenüber bezeichnete Baum es als "bewundernswert, wie der Kölner Kardinal Rainer Woelki hier - gemeinsam mit der evangelischen Kirche und vielen anderen - das Banner der Humanität hochhält".

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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