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Forsa: Klimawandel für die Deutschen das wichtigste Problem - Für Ostdeutsche ist das Thema Flüchtlinge wichtiger

Archivmeldung vom 19.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Was sind für die Bundesbürger derzeit die größten Probleme in Deutschland? Diese Frage hat forsa im Juli und August 2019 im Rahmen des RTL/n-tv-Trendbarometers über 5.000 Wahlberechtigten gestellt. 37 Prozent der Befragten nennen als Problem Nummer 1 den Umwelt- und Klimaschutz.

29 Prozent empfinden Probleme mit der Zuwanderung und der Integration von Flüchtlingen als größtes Problem (Rang 2). Für 25 Prozent ist der Unmut über Politiker und Parteien ein zentrales Problem. Von 10 und mehr Prozent der Befragten werden als wichtige Probleme genannt: Armut und soziales Gefälle (13%), Bildungspolitik, die Lage am Wohnungsmarkt und die steigenden Mieten sowie die Versorgung im Alter (jeweils 11%). 10 Prozent sehen in dem zunehmenden Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit ein großes Problem. Außerdem genannt wurden: die Lage am Arbeitsmarkt (9%), Verkehrsprobleme (7%), Gesundheitsversorgung (5%), finanzielle Belastungen des Einzelnen (5%) sowie Innere Sicherheit und Gewalt im Alltag (4%).

Für 63 Prozent der AfD-Anhänger sind Flüchtlinge das größte Problem

Bei der Einschätzung der wichtigsten Probleme gibt es teilweise starke Unterschiede - zwischen Ost- und Westdeutschen, Jüngeren und Älteren sowie zwischen AfD-Sympathisanten und den Anhängern anderer Parteien. Für die Ostdeutschen ist der Klimaschutz nicht so wichtig wie für die Westdeutschen. 39 Prozent der "Wessis" und 28 Prozent der "Ossis" sehen im Klimawandel das wichtigste Problem. Das Thema Flüchtlinge dagegen wird von mehr Ostdeutschen (36%) als Westdeutschen (27%) als besonders problematisch angesehen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt bewerten 6 Prozent der Ostdeutschen und 12 Prozent der Westdeutschen als Problem.

Die 18- bis 29-Jährigen bewegt der Klimaschutz am stärksten (42%). Auch in der Bildungspolitik, dem Rechtsradikalismus und der Ausländerfeindlichkeit sehen die Jüngeren häufiger ein Problem als die älteren Befragten. Die über 60-Jährigen dagegen bewerten öfter als die Jüngeren die Zahl der Flüchtlinge, die Lage am Wohnungsmarkt sowie die Altersversorgung als große Probleme.

AfD-Anhänger bewerten die in Deutschland zu bewältigenden Probleme häufig anders als die Anhänger der anderen Parteien. Für 63 Prozent der AfD-Anhänger sind Flüchtlinge das größte Problem - das sehen nur 25 Prozent der Anhänger der anderen Parteien so. Der Klimawandel ist für 28 Prozent der AfD-Anhänger, aber für 38 Prozent der Anhänger der übrigen Parteien besonders wichtig. Die Bildungspolitik ist nur für eine kleine Minderheit unter den AfD-Anhängern von Belang (5%). Dass es rechtsextreme Gewalt und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland gibt, glaubt so gut wie kein AfD-Anhänger (1%).

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: "In Ostdeutschland gibt es deutlich weniger Flüchtlinge als im Westen. Insofern kann sich die negative Einschätzung der Zuwanderung kaum auf eigene Erfahrungen stützen sondern beruht auf Vorurteilen. Dass so viele AfD-Anhänger, die ebenfalls weitgehend keine persönlichen negativen Erfahrungen mit Ausländern haben, im Flüchtlings-Thema das größte Problem Deutschlands sehen, deutet auf eine generelle Fremdenfeindlichkeit dieser Gruppe hin."

RTL/n-tv-Trendbarometer Datenbasis: Die Daten zur Einschätzung der größten Probleme Deutschlands wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Juli und August 2019 erhoben. Datenbasis: 5.393 befragte Wahlberechtigte.

Quelle: Mediengruppe RTL Deutschland (ots)


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