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Riester-Rente: Bundesregierung will private Altersvorsorge reformieren

Archivmeldung vom 28.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Die Diskussion um eine Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland nimmt an Fahrt auf. Das Bundesfinanzministerium hat Experten aus der Versicherungswirtschaft und Verbraucherverbände zu einer Anhörung eingeladen, um Vorschläge für die Neuorganisation der staatlich organisierten Riester-Rente zu diskutieren.

Die Politik drückt beim Thema Altersvorsorge aufs Gas. Nachdem sich die Bundesregierung auf einen Gesetzesentwurf zur Einführung einer Grundrente geeinigt hat, soll jetzt die staatlich organisierte private Altersvorsorge neu organisiert werden. Branchenvertreter und Verbraucherschützer wurden von der Bundesregierung zu einer Anhörung eingeladen, um eine Reformierung der umstrittenen Riester-Rente zu diskutieren.

Die staatlich geförderte Zusatzrente steht seit Jahren wegen hoher Kosten und niedriger Verzinsung in der Kritik. Eine 2019 veröffentlichte Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Riester-Rente ein Flop war. Knapp 20 Jahre nach ihrem Start habe sich die freiwillige Riester-Rente für die meisten Sparer nicht gelohnt und verhindere Altersarmut kaum. Die Verträge seien insgesamt zu kompliziert, zu renditeschwach und zu teuer. Finanzexperte Sven Thieme, Geschäftsführer von Competent Investment Management, beschreibt die Herausforderung: "Die Riester-Rente hat die hohen Erwartungen in der Tat nicht erfüllt. Dennoch ist es sinnvoll staatlich geförderte Produkte als zweite Säule der Altersvorsorge anzubieten."

In Anbetracht der Kritik an der Riester-Rente ist es wenig verwunderlich, dass die Zahl der Neuabschlüsse seit Jahren rückläufig ist. Dabei gehört der Ausbau der privaten Altersvorsorge zu den wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird das Niveau der gesetzlichen Rente schrittweise von 70 Prozent auf knapp über 40 Prozent absinken. Die Lücke kann nur durch private Vorsorge geschlossen werden. "Wenn der Gesetzgeber keine Veränderung vornimmt, wird es in ein paar Jahren kein Riester mehr geben", warnt Alexander Gunkel, Mitglied Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands Deutscher Arbeitgeber.

Demographischer Wandel macht Reformen notwendig

Aufgrund des demographischen Wandels werden in Zukunft immer weniger junge Arbeitnehmer die Altersbezüge für ein wachsendes Heer von Senioren erwirtschaften müssen. Derzeit kommen auf 60 Rentner rund 100 Beitragszahler. In spätestens zehn Jahren werden 100 Beitragszahler 100 Senioren finanzieren müssen. Sinkende Renten und längere Lebensarbeitszeiten werden die logische Konsequenz sein. Competent-Chef Thieme sagt: "In den nächsten zwei Jahrzehnten wird das durchschnittliche Rentenniveau weiter massiv sinken - von rund 70 Prozent auf etwa 45 Prozent. Die Auswirkungen werden ab 2030 merklich spürbar werden."

Aktuelle Studien untermauern, dass die Angst vor Altersarmut in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Beispielsweise machen sich 56 Prozent aller Teilnehmer an einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young Sorgen darum, in Würde altern zu können. "Wer den Lebensstandard im Alter halten möchte und nicht auf Grundsicherungsniveau fallen möchte, kommt an einer privaten Altersvorsorge kaum vorbei", sagt Sven Thieme, Geschäftsführer der Competent Investment Management.

Branche begrüßt Dialog zur Reform der Riester-Rente

Mit dem jetzt eingeleiteten Dialog versucht die Politik in einen Dialog mit der Versicherungsbranche zu treten, um das Rentensystem zukunftsfähig zu machen. "Wir verstehen den Termin als Auftaktveranstaltung für den offiziellen Dialog, wie er im Koalitionsvertrag vorgesehen ist", kommentiert Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegenüber der Welt. Das Treffen finde auf Staatssekretärsebene statt, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium.

Insgesamt ist die Branche froh, dass nach jahrelangem Stillstand wieder Bewegung in die Rentendebatte gekommen ist. Der Dialog über eine Reform der Riester-Rente wird als politisches Bekenntnis zum Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge gewertet. Competent-Investment-Chef Sven Thieme sagt: "Die Entscheidungen zur Grundrente sind begrüßenswert und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Als nächstes steht eine politische Entscheidung an, um Riester-Produkte attraktiver zu machen."

Quelle: Competent Investment Management GmbH (ots)


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